Supplement: Perspektiven der Kardiologie

Editorial

Dtsch Arztebl 2019; 116(15): [3]

Zylka-Menhorn, Vera

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Dr. med. Vera Zylka-Menhorn Ressortleiterin Medizinreport/Perspektiven
Dr. med. Vera Zylka-Menhorn
Ressortleiterin Medizinreport/Perspektiven

Nie gab es so viele kardiovaskuläre Präventionsmöglichkeiten wie heute – sowohl auf individueller als auch auf bevölkerungsbezogener Ebene. Daten der Versorgungsforschung zeigen jedoch, dass es trotz Nichtraucherschutzgesetz und Aufklärungskampagnen an ihrer Umsetzung mangelt. Auch das Credo der Fachgesellschaften, dass Herzpatienten einen gesundheitsbewussten Lebensstil erlernen sollten, trägt wenig Früchte. Nach Daten der EUROASPIRE-V-Umfrage (2019; 10.1177/2047487318825350) sind 82 % der Herzpatienten übergewichtig, 34 % bewegen sich zu wenig und 19 % rauchen.

Verglichen mit der Vorgängerstudie 4 Jahre zuvor sind die Zahlen sogar noch schlechter geworden: Es gibt mehr Raucher und weniger Teilnehmer an Reha-Programmen. Auch die Effekte der medikamentösen Therapie lassen zu wünschen übrig: Weniger als die Hälfte (47 %) der Patienten erreichen einen Blutdruck von < 140/90 mmHg, nur 43 % das LDL-Cholesterol-Ziel < 2,5 mmol/l und nur 65 % der Diabetiker einen HbA1c < 7 %.

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Nun ist es nicht neu, dass Patientenverhalten und Arztempfehlungen häufig auseinanderklaffen. Eine Intensivierung der Präventionsmaßnahmen würde dem Individuum nutzen und wäre aus gesundheitsökonomischer Sicht sinnvoll. Doch was tun, wenn Patienten andere Prioritäten im Leben setzen als gesundheitsbewusstes Verhalten? Es ist Zeit für einen gesellschaftlichen Diskurs.

Dr. med. Vera Zylka-Menhorn
Ressortleiterin Medizinreport/Perspektiven

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