ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2019ADHS: Vertragsärzte verordnen weniger Methylphenidat

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ADHS: Vertragsärzte verordnen weniger Methylphenidat

PP 18, Ausgabe April 2019, Seite 148

Hillienhof, Arne

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Rund 44 Prozent der ADHS-Patienten wurde 2016 eine Psychostimulanz verordnet. Foto: fotoliaxrender/stock.adobe.com
Rund 44 Prozent der ADHS-Patienten wurde 2016 eine Psychostimulanz verordnet. Foto: fotoliaxrender/stock.adobe.com

Die niedergelassenen Ärzte in Deutschland verordnen Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) seltener Psychostimulanzien wie Methylphenidat. Das berichten Wissenschaftler des Versorgungsatlas, einer Initiative des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Von 262 766 ADHS-Patienten erhielten danach 116 021 (44 Prozent) im Jahr 2016 mindestens eine Psychostimulanzverordnung. 2009 waren es noch rund die Hälfte der Patienten gewesen.

Die Datengrundlage der Untersuchung bilden bundesweite vertragsärztliche Arzneiverordnungsdaten der Jahre 2009 bis 2016. Als Studienpopulation dienten Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 14 Jahren, bei denen die Diagnose „Hyperkinetische Störungen“ gemäß ICD-10-Klassifikation in mindestens zwei unterschiedlichen Quartalen eines jeweiligen Kalenderjahres codiert wurde. Laut der Analyse ist die Bedeutung von Fachärzten aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie bei der Verordnung von Methylphenidat deutlich gewachsen. 2009 hatte diese Arztgruppe lediglich einen Verordnungsanteil von 28 Prozent, 2016 waren es 41 Prozent. Das entspricht einem Zuwachs von 46 Prozent.

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Die Wahrscheinlichkeit einer Medikation mit Psychostimulanzien war laut der Studie in allen Altersgruppen bei Jungen höher als bei Mädchen. Die Verordnungshäufigkeit von Methylphenidat nimmt mit dem Alter der Patienten in beiden Geschlechtern fast linear zu. Während lediglich 3,9 Prozent der fünfjährigen Jungen und 2,4 Prozent der Mädchen desselben Alters Methylphenidat verordnet wird, sind es bereits 42 Prozent bei den zehnjährigen Jungen beziehungsweise 35 Prozent bei den zehnjährigen Mädchen. hil

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