ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2019Computerspiele: Jeder 6. jugendliche Spieler suchtgefährdet

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Computerspiele: Jeder 6. jugendliche Spieler suchtgefährdet

PP 18, Ausgabe April 2019, Seite 149

KNA; afp

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Von den rund drei Millionen Jugendlichen, die regelmäßig an Computer, Smartphone oder der Konsole spielen, zählen Wissenschaftler 15,4 Prozent zur Risikogruppe der Suchtgefährdeten. Das ist etwa jeder 6. Spieler oder rund 465 000 Jugendliche. Das geht aus einer Untersuchung der DAK-Gesundheit und des Deutschen Zentrums für Suchtfragen hervor.

Das Spielverhalten der Betroffenen sei riskant oder pathologisch im Sinne einer Abhängigkeit, hieß es. Sie fehlten häufiger in der Schule und hätten mehr emotionale Probleme. Zu den sogenannten Risikogamern gehören wesentlich mehr Jungen als Mädchen (79 zu 21 Prozent). Die Suchtexperten forderten angesichts der Ergebnisse ein Verbot von Glücksspielelementen in Computerspielen.

Grundlage des DAK-Reports ist eine Untersuchung in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Suchtfragen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und dem Umfrageinstitut Forsa. Kritisch bewerteten die Fachleute insbesondere Aspekte aktueller Spielgestaltung, die mögliche Abhängigkeiten befördern. Neben Lootboxen, die junge Spieler an Mechanismen des Glücksspiels heranführten, bezogen sie sich unter anderem auf den Einsatz virtueller Währungen, etwa zum Kauf hilfreicher Funktionen. Auch die Tatsache, dass Spiele als sich ständig verändernde „Open End“-Versionen mit immer neuen Erlebnissen angeboten werden, trägt ihrer Auffassung nach dazu bei. Das Agieren im Team gehöre ebenfalls dazu. Dies ermögliche schnellere Fortschritte und schaffe Anerkennung. kna/afp

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