ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2019Kassenwatch.de: Praxis der Kostenerstattung im Visier

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Kassenwatch.de: Praxis der Kostenerstattung im Visier

PP 18, Ausgabe April 2019, Seite 149

Bühring, Petra

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Mit Kassenwatch.de ist gerade ein Internetportal an den Start gegangen, das die Praxis der Krankenkassen bei Anträgen auf Psychotherapie im Rahmen der Kostenerstattung unter die Lupe nehmen will. Vor allem seit der Psychotherapiereform im April 2017 beklagen Berufsverbände eine vermehrt ablehnende Haltung der Kassen gegenüber der Kostenerstattung. Die Idee dazu hatte die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (KJP) Dr. phil. Felicitas Bergmann, als sie selbst in der Kostenerstattung arbeitete und „die Willkür der Kassen“ erlebt hat, wie sie PP gegenüber berichtet. Das Hauptproblem zurzeit sei, dass die Kassen „rigoros“ an die Terminservicestellen verweisen würden. Auch die telefonische Auskunft von Kassensachbearbeitern, es gäbe keine Kostenerstattung mehr, höre man immer noch, berichtet Bergmann.

Unterstützt und finanziert wird das Projekt von der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie – Berufsverband Psychosoziale Berufe (DGVT-BV). In eine Falldatenbank können approbierte Psychotherapeuten missliebige Fälle schildern. Langfristig solle der einzelne Therapeut sehen können, was er bei der Antragstellung mit einer bestimmten Kasse beachten müsse. Zusammen mit der DGVT-BV wollen die Mitarbeiter von kassenwatch.de – aktuell vier Psychotherapeuten und eine Juristin – dann das Gespräch mit den Krankenkassen suchen und sie damit konfrontieren, wenn eine bestimmte Systematik in der Ablehnungspraxis erkennbar ist.

Das Kassenwatch-Team will nicht grundsätzlich die Psychotherapie im Rahmen der Kostenerstattung stärken, sondern sieht das Portal eher als eine kurz- bis mittelfristige Lösung, um Missstände aufzuzeigen. „Wir fordern generell, dass die Bedarfsplanung reformiert wird, damit jeder, der Psychotherapie braucht, auch eine bekommen kann“, betont Bergmann. PB

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