ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2019Interview: Risiko für Stundenausfälle
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Danke für dieses ermutigende Interview mit Stefan Weinmann, der mir in vielen Punkten aus der Seele sprach. Nun heißt es ja oft, im Interview auch, die Bereitschaft der niedergelassenen Therapeuten sei gering, schwer psychisch Kranke ambulant zu behandeln. Ob dies bezogen auf das Gesamtkollektiv der Psychotherapiepatienten der Fall ist, vermag ich als Praktiker nicht zu beurteilen. Wenn es so sein sollte, dürfte es stark zusammenhängen damit, dass die Schwerkranken die überall in Deutschland langen Wartezeiten für Psychotherapie besonders schlecht überbrücken können – viele gehen während des Wartens gleichsam „verloren“. Zum anderen ist bei den Schwererkranken in der ambulanten Versorgung das Risiko von Stundenausfällen bisweilen höher und die Chance gering, dafür Ausfallhonorare erhalten zu können. Solange die Versorgungslage insgesamt nicht besser ist und zudem für die spezifischen betriebswirtschaftlichen Probleme bei der Behandlung dieses Klientels keine zufriedenstellenden Lösungen in Sicht sind, dürfte es schwer sein, die Aussichten für schwer psychisch kranke Patienten zu verbessern, ambulante Therapieplätze zu finden.

Stefan Baier, 63067 Offenbach

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