ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2019Psychotherapie: Einsatz von Diagnostik

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Psychotherapie: Einsatz von Diagnostik

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Die therapiebegleitende Diagnostik umfasst diagnostische Maßnahmen, die zu Beginn, im Verlauf und am Ende einer Therapie durchgeführt werden. Während zu Beginn die Statusbestimmung als Ausgangspunkt für eine spätere Veränderungsbewertung erfolgt, geht es im Verlauf um die kontinuierliche Evaluation des Therapieprozesses und am Ende um die Gesamtbeurteilung des erreichten Therapieerfolgs. Ziel der Erhebungen im Verlauf ist es, Informationen zur Behandlungsoptimierung zu bekommen. „Eine therapiebegleitende Diagnostik sollte immer Bestandteil einer Behandlung sein“, schreiben Rolf-Dieter Stieglitz aus Bettingen (Schweiz) und Carsten Spitzer vom Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn. Laut den Autoren ist nicht explizit festgelegt, wie die Diagnostik in der Psychotherapie zu erfolgen hat. Auch in diagnostisch-therapeutischen Leitlinien zu psychischen Störungen finden sich dazu kaum Angaben. Deshalb geben sie einen Überblick über Ansätze und Verfahren, die im Therapieverlauf eingesetzt werden können.

Sie empfehlen zum Beispiel, nur psychometrisch hinreichend evaluierte Verfahren einzusetzen und Instrumente mit geringer empirischer Evidenz zu meiden. Die Ergebnisse systematischer kategorialer und symptombezogener Eingangs- und therapiebegleitender Diagnostik können zur Steuerung des Therapieverlaufs genutzt werden. Die eingesetzten Diagnoseverfahren sollten außerdem im Zusammenhang mit der spezifisch durchgeführten Psychotherapie stehen. Der Einsatz von Instrumenten erfordert allerdings Kompetenzen des Anwenders hinsichtlich Durchführung, Auswertung und Interpretation.

Stieglitz und Spitzer halten folgende Minimalvariante für die klinische Praxis wünschenswert: Wenn möglich kombinierter Einsatz eines Selbst- und Fremdbeurteilungsverfahrens, mindestens jedoch ein Selbstbeurteilungsverfahren, störungsübergreifende und störungsbezogene Verfahren, Einsatz therapiebezogener Verfahren, Anwendung von Prozessskalen zu mindestens drei Messzeitpunkten, besser kontinuierlich. ms

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Stieglitz RD,·Spitzer C: Diagnostik in der Psychotherapie. Psychotherapeut 2018; 63 (5): 423–440.

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