ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2019Kulturkalender: Zwischen Kunst und Wissenschaft

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Kulturkalender: Zwischen Kunst und Wissenschaft

PP 18, Ausgabe April 2019, U3

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

BERLIN

12. April bis 15. September:

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Emil Nolde – eine deutsche Legende

Anknüpfend an die aktuelle wissenschaftliche Aufarbeitung seines Nachlasses, untersucht die Ausstellung, wie Emil Noldes Kunst durch den Nationalsozialismus beeinflusst und geprägt war. Mehr als 100 Werke des Expressionisten werden im Kontext ihrer historischen Entstehung und mit Bezug auf Noldes Schriften präsentiert (Bild: „Altes Bauernpaar“, o. D., vor 1942). Die Auswahl der Exponate soll auch den merkwürdigen Widerspruch zwischen Noldes Sympathie für das Nazi-Regime und seiner gleichzeitigen Diffamierung als entarteter Künstler erhellen. Parallel zeigt das Berliner Brücke-Museum vom 14. April bis 11. August „Flucht in die Bilder?“. Die Schau thematisiert Brüche und Kontinuitäten im Werk von Heckel, Pechstein, Schmidt-Rottluff und Kirchner während des Nationalsozialismus.

© Nolde Stiftung Seebüll; Foto: Dirk Dunkelberg, Berlin
© Nolde Stiftung Seebüll; Foto: Dirk Dunkelberg, Berlin

Hamburger Bahnhof, Invalidenstraße 50–51,

Di./Mi./Fr. 10–18, Do. 10–20, Sa./So. 11–18

Uhr; Brücke-Museum, Bussardsteig 9,
tgl. (außer Di.) 11–17 Uhr

FRANKFURT/MAIN

Bis 14. Juli:

Frobenius – Die Kunst des Forschens

Während der Expeditionen des Ethnologen Leo Frobenius (1873–1938) und seiner Nachfolger nach Nord- und Süd-europa, Afrika, Indonesien und Australien entstand ein reicher Bilderschatz aus Nachzeichnungen prähistorischer Felsbilder, aus Gemälden und Fotos. Mit mehr als 200 dieser oft von Frauen in den Expeditionsteams angefertigten Arbeiten zwischen Kunst und Wissenschaft bietet die Ausstellung einen fesselnden Einblick in die Kunst der Vorzeit. Ergänzend sind Werke von Klee, Baumeister und Wols ausgestellt, die den Einfluss der prähistorischen Vorbilder auf die Moderne illustrieren.

Museum Giersch, Schaumainkai 83,
Di.–Do. 12–19, Fr.–So. 10–18 Uhr

POTSDAM

Bis 16. Juni 2019:

Picasso. Das späte Werk

Noch gut zwei Monate gibt es Gelegenheit, Picassos innovatives Spätwerk seiner letzten zwei Jahrzehnte zu besichtigen. Die Exponate stammen aus der Sammlung Jacqueline Picasso, seiner zweiten Ehefrau, die er öfter als jedes andere Modell abbildete. Einige der gezeigten Picassos waren zuvor noch nie in Deutschland zu sehen.

Museum Barberini, Humboldtstraße 5–6, tgl. (außer Di.) 10–19, 1. Do. im Monat 10–21 Uhr

MÜNCHEN

17. April bis 21. Juli:

Utrecht, Caravaggio und Europa

Caravaggios revolutionäre Hell-Dunkel-Malerei und sein bis dahin unbekannter Realismus verbreiteten sich um 1600 von Rom aus über die Utrechter Schule in den Niederlanden. Sie hielten zudem zum Beispiel mit Valentin de Boulogne und Georges de la Tour in Frankreich sowie mit Jusepe de Ribera und Francisco de Zurbarán in Spanien Einzug. Die gemeinsam mit dem Centraal Museum in Utrecht konzipierte Schau präsentiert mehr als 70 hinreißende Gemälde der bedeutendsten Caravaggisten sowie Werke des Meisters.

Alte Pinakothek, Barer Straße 27,
Di.-Mi. 10–21, Do.–So. 10–18 Uhr

WEIMAR

Ab 6. April:

Das Bauhaus kommt aus Weimar

Zum 100-jährigen Gründungsjubiläum des Bauhauses eröffnet am 6. April 2019 das neue Bauhaus-Museum in Weimar. Es beherbergt fortan die von Walter Gropius 1925 angelegte große Weimarer Bauhaus-Sammlung und lädt ein zur Ausstellung „Das Bauhaus kommt aus Weimar“. Zeitgleich eröffnet im Neuen Museum die Dauerausstellung „Van de Velde, Nietzsche und die Moderne um 1900“ mit Gemälden und Objekten des Realismus, Impressionismus und Jugendstils.

Bauhaus-Museum, Stéphane-Hessel-Platz 1, Mo. 10–14.30, Di.–So. 10–18 Uhr;
Neues Museum, Jorge-Semprún-Platz 5,
tgl. (außer Di.) 10–18 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Todesymbolik in Skulpturen und Bildern

Für den renommierten Bildhauer Stephan Balkenhol gehören Sterben und Tod zu den wichtigen Themen seines Schaffens. In seinen farbigen Holzskulpturen miniaturisierter bis überlebensgroßer Männer, Frauen und Tiere, seinen Serien von Köpfen und Schädelreliefs und in seinen Zeichnungen und Druckgrafiken setzt er sich in symbolhafter Weise damit auseinander (Bild: „Pietà“, 2014). Die Ausstellung in Kassel, wo Balkenhol in den 1970er-Jahren zur Schule ging, stellt seine frühen und neuen Arbeiten zum Tod vor. Eigens dafür hat der Künstler das Jahrhunderte alte Motiv des „Totentanzes“ aufgegriffen und einen gleichnamigen Holzschnitt in einer Auflage von 50 Exemplaren geschaffen. Darin tanzt eine Frau mit einem in einen schwarzen Anzug gekleideten Mann den Reigen mit dem Tod.

„Stephan Balkenhol. Deadline“, Museum für
Sepulkralkultur, Weinbergstraße 25–27, Kassel,
Di.–So. 10–17, Mi. 10–20 Uhr (6. April bis 14. Juli).

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