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Nach der jetzigen Rechtslage muss für eine postmortale Organspende der Wille des potenziellen Spenders eindeutig festliegen. Dies kann durch einen Organspendeausweis nachgewiesen werden oder gegebenenfalls durch eindeutige Aussagen zum potenziellen Willen des Verstorbenen. Das reine Passiv-Bleiben kann nicht als positiver Wille zur Organspende gewertet werden.

Nun kann sich ein Mensch, der ein Transplantat benötigt, auf eine Warteliste setzen lassen. Diese Warteliste verteilt postmortal gespendete Organe anhand medizinischer Kriterien an potenzielle Organempfänger. ... Eine Person, die sich bereit erklärt, ihre Organe zu spenden, sollte eben wegen ihrer Spendebereitschaft ihrerseits mit Bonuswartezeiten in der Liste derjenigen, die ein Organ benötigen, belohnt werden, (indem sie) ..., in der Liste der auf ein Spenderorgan Wartenden eine gewisse Bonuszeit angerechnet bekommt. Diese Person würde also in der Liste der potenziellen Organempfänger hochgesetzt werden ... . Dieses Angebot könnte dem potenziellen Spender zum Beispiel bei einer Befragung über die Bereitschaft zur Organspende anlässlich einer Beantragung eines Personalausweises o. ä. gemacht werden.

Damit dieses Aufsteigen in der Liste der potenziellen Organempfänger nicht missbraucht wird, müsste eine Karenzzeit eingeführt werden, die verhindert, dass ein möglicher Spender sich erst dann zum Organspenden bereit erklärt, wenn er schon selbst ein Organ benötigt. Wenn man bedenkt, dass zum Beispiel für postmortale Nierenspenden eine Wartezeit seit dem 1. Tag der Dialyse von durchschnittlich fünf bis sechs Jahren besteht, bis man eine Nierenspende erhält, wird die hier vorgeschlagene Lösung das Interesse der potenziellen Spender und der Organempfänger sinnvoll miteinander verbinden.

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Romano Minwegen, Rechtsassessor, 53177 Bonn;
Volker Müller, 53343 Wachtberg

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