ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2019Sexueller Kindesmissbrauch: Opfer erhalten oft keine passende Hilfestellung

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Sexueller Kindesmissbrauch: Opfer erhalten oft keine passende Hilfestellung

Dtsch Arztebl 2019; 116(15): A-713 / B-585 / C-573

Hillienhof, Arne

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Die Betreuung von Opfern sexuellen Kindesmissbrauchs in Deutschland ist unzureichend. Zu diesem Fazit kommt die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs im Bilanzbericht ihrer ersten Amtszeit. Auch im Gesundheitswesen seien Verbesserungen nötig. Aus Berichten Betroffener gehe vor allem hervor, wie häufig das nahe Umfeld und die Gesellschaft versagt hätten, sagte die Vorsitzende der Kommission, Sabine Andresen. Die Kommission betonte zugleich, dass Betroffene bis heute bei der Bewältigung ihrer Erfahrungen an strukturellen und finanziellen Hürden scheitern. Auch im Gesundheitswesen erhielten sie oft keine passenden Hilfen. „In den Bereichen Pädagogik, Medizin, Psychologie und Rechtswissenschaften muss ein Grundlagenwissen über sexuelle Gewalt und deren Folgen vermittelt werden“, fordert die Kommission. Das Angebot an Fachberatungsstellen müsse flächendeckend ausgebaut, finanziell abgesichert und bekannter gemacht werden. Mitarbeiter in den Behörden wie im Versorgungsamt, im Jobcenter, bei Krankenkassen oder in der Justiz müssten zudem auf den Umgang mit traumatisierten Menschen vorbereitet und entsprechend fortgebildet werden. Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs arbeitet ehrenamtlich und hat im Mai 2016 ihre Arbeit aufgenommen. Diese war vorerst auf drei Jahre begrenzt und wurde nun bis Ende 2023 verlängert. hil

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