ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2019Waltraut Kruse †: Hausärztin mit Herz und akademische Lehrerin

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Waltraut Kruse †: Hausärztin mit Herz und akademische Lehrerin

Dtsch Arztebl 2019; 116(15): A-751 / B-615 / C-603

Abholz, Heinz-Harald

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Waltraut Kruse, Foto: privat
Waltraut Kruse, Foto: privat

Kurz vor ihrem 94. Geburtstag verstarb am 27. Februar Prof. Dr. med. Waltraut Kruse. Sie hat die Akademisierung der Allgemeinmedizin in Deutschland wesentlich geprägt.

Waltraut Kruse studierte Medizin in Danzig und Frankfurt am Main und trat nach klinischer Tätigkeit und berufsbegleitender Weiterbildung 1971 in die Landarztpraxis ihres Ehemannes in Aachen-Walheim ein. 1976 übertrug die RWTH Aachen ihr die Leitung des „Lehrgebietes Allgemeinmedizin“, die sie bis 2006 innehatte (seit 1983 als Honorarprofessorin). Ihre Tätigkeits- und Forschungsschwerpunkte waren die Prävention im Kindes- und Jugendalter, Autogenes Training und die Familienmedizin.

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Von 1989 bis 2005 leitete sie als Vorsitzende die „Vereinigung der Hochschullehrer und Lehrbeauftragten für Allgemeinmedizin“. In München organisierte sie jedes Jahr ein Wochenende, an dem Hochschullehrer anderer Fächer und Lehrbeauftragte der Allgemeinmedizin sich austauschten. Damit trug sie dazu bei, die Stellung der Allgemeinmedizin an den Universitäten zu festigen. Von 1986 bis 2004 war Kruse Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates des Deutschen Ärzteblatts. Von 1975 bis 1994 gehörte sie dem Rat der Stadt Aachen an, davon zehn Jahre als Beigeordnete Bürgermeisterin.

Zu Hause spielte sie – oft gemeinsam mit den vier Söhnen – konzertreif Klavier und Cembalo. Waltraut Kruse zeichnete eine gewinnende Offenheit gegenüber Patienten, Studierenden und Weggefährten aus. Sie verkörperte den „Hausarzt“ mit akademischem Hintergrund und fühlendem Herzen. Prof. Dr. med. Heinz-Harald Abholz

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