ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2019Genom-Editing: Gnadenlose Verwertung
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Herr Schmedt meint also, durch Genom-Editing veränderte Pflanzen könnten Hungersnöte vermeiden, da diese Pflanzen ertragreicher und widerstandsfähiger seien, auch könne man zukünftig dank CRISPR/Cas neue Therapieansätze finden und Erbkrankheiten heilen. Da frage ich mich, warum über 100 Jahre nach der Entdeckung und stetigen Weiterentwicklung von Antibiotika oder 30 Jahre nach Entwicklung einer HIV-Therapie immer noch Millionen Menschen an einfach zu behandelnden bakteriellen Infektionen oder mittlerweile heilbarer HIV-Infektion sterben müssen.

Nein, es sind nicht dem medizinischen Fortschritt Grenzen zu setzen, sondern seiner gnadenlosen und menschenverachtenden Verwertung. Schon Max Weber stellte fest, dass der Kapitalismus ethisch nicht zu regulieren sei, allenfalls kann er das Leben einzelner Menschen oder Gruppen erleichtern, sofern sie nicht zu dem überflüssigen „Müll und Abfall“ (Papst Franziskus) gehören.

„Sorgt doch, daß ihr die Welt verlassend Nicht nur gut wart, sondern verlaßt eine gute Welt“ (Brecht, Bertolt: Die heilige Johanna der Schlachthöfe).

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Dr. med. Markus Rupprecht, 71088 Holzgerlingen

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