ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2019Neoadjuvante Therapie bei Her+ Mammakarzinom: Trastuzumab nach Anthrazyklin ist vergleichbar effektiv wie die parallele Therapie

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Neoadjuvante Therapie bei Her+ Mammakarzinom: Trastuzumab nach Anthrazyklin ist vergleichbar effektiv wie die parallele Therapie

Dtsch Arztebl 2019; 116(16): A-798 / B-658 / C-646

Siegmund-Schultze, Nicola

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Foto: Science Photo Library/SciePro
Foto: Science Photo Library/SciePro

Bei resezierbarem Her2+ Mammakarzinom verbessert die neoadjuvante Therapie die Operabilität der Tumoren und verringert das Rezidivirisiko. Für den Anti-Her2-Antikörper Trastuzumab gibt es in Bezug auf potenziell kardiotoxische Effekte Bedenken bei der gleichzeitigen Anwendung mit Anthrazyklinen wie Epirubicin, die ebenfalls kardiotoxisch sein können.

In einer prospektiv randomisierten Phase-3-Studie der American College of Surgeons Oncology Group (ACOSOG) ist untersucht worden, ob Trastuzumab parallel zur Chemotherapie mit Fluoruracil, Epirubicin und Cyclophosphamid (FEC) gegeben werden sollte, gefolgt von einem Taxan plus Trastuzumab, oder ob FEC gefolgt von Paclitaxel plus Trastuzumab ausreicht.

280 Patientinnen mit operablem Her2+ Mammakarzinom in den Stadien T1–T4 (median: 50 Jahre alt) wurden 1 : 1 in 2 Behandlungsgruppen randomisiert: Fluoruracil, Epirubicin und Cyclophosphamid (FEC für 4 Zyklen à 21 Tage) gefolgt von Paclitaxel plus Trastuzumab wöchentlich für 12 Wochen (Arm 1) oder Paclitaxel plus Trastuzumab wöchentlich für 12 Wochen gefolgt von FEC alle 3 Wochen plus Trastuzumab wöchentlich für 4 Zyklen (Arm 2). Nach der neoadjuvanten Behandlung wurde der Tumor reseziert. Postoperativ erhielten die Frauen 1-mal alle 3 Wochen Trastuzumab bis zur Komplettierung von insgesamt 52 Wochen.

Primärer Endpunkt war der Anteil der Patientinnen mit komplettem Ansprechen in der pathologischen Untersuchung von Brustgewebe und Lymphknoten (pCR). Die Rate der pCR betrug 52,9 % in Arm 1 und 50 % in Arm 2, dies war kein statistisch signifikanter Unterschied. Nach einem medianen Follow-up von 5,1 Jahren gab es 22 Krankheitsereignisse in Arm 1 und 27 Ereignisse in Arm, auch dies keine signifikante Differenz. 92 % in beiden Studienarmen überlebten 60 Monate nach Randomisierung.

Fazit: Eine parallele Therapie von Trastuzumab mit Fluoruracil, Epirubicin und Cyclophosphamid hat für Frauen mit Her2+ operablem Brustkrebs keinen klinischen Vorteil verglichen mit Trastuzumab plus Paclitaxel nach FEC. Die Autoren empfehlen das parallele Behandlungsregime daher nicht.

Dr. rer. nat. Nicola Siegmund-Schultze

Buzdar AU, Suman VJ, Meric-Bernstam F, et al.: Disease-free and overall survival among patients with operable HER2-positive breast cancer treated with sequential vs concurrent chemotherapy. The ACOSOG Z1041 (Alliance) randomized clinical trial. JAMA Oncology 2019; 5: 45–50.

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