ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2019Randnotiz: Bettruhe für die Forschung

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Randnotiz: Bettruhe für die Forschung

Dtsch Arztebl 2019; 116(16): A-771 / B-635 / C-623

Maybaum, Thorsten

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Bettlägerigkeit führt nicht nur auf der Erde zu einem Abbau der Muskulatur. Ähnlich wirkt die Schwerelosigkeit auf Astronauten. Und so hat die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit der europäischen Weltraumorganisation ESA und der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA gestartete Langzeit-Bettruhestudie unter den Namen „Agbresa“ (Artificial Gravity Bed Rest Study) nicht nur für Patienten und Raumfahrer eine Bedeutung. Die Forscher wollen herausfinden, welche Maßnahmen im All effektiv gegen Knochen- und Muskelschwund helfen. Erstmals wird dabei der Einsatz von künstlicher Schwerkraft als mögliche Maßnahme gegen die negativen Effekte der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Organismus untersucht. Dafür werden zwei Drittel der Probanden während der dreimonatigen Studie täglich im Liegen auf einer DLR-Kurzarm-Zentrifuge gedreht. Generell finden während der Bettruhephase sämtliche Aktivitäten wie Experimente, Essen und Freizeitgestaltung im Liegen statt. In ihren Bewegungen sind die Probanden eingeschränkt, sodass sich die Beanspruchung von Muskeln, Sehnen und Skelett reduziert. Da die Betten zum Kopf hin um sechs Grad nach unten geneigt sind, wird die Verlagerung der Körperflüssigkeiten wie bei den Astronauten in Schwerelosigkeit ausgelöst, hieß es von der DLR. Die Studie findet in zwei Kampagnen statt. Die erste hat begonnen, die zweite startet Anfang September dieses Jahres. Für die zweite Phase suchen die Forscher noch weitere Probanden, insbesondere Teilnehmerinnen. Ziel sei es, Erkenntnisse für alle künftigen Raumfahrer zu gewinnen – Astronautinnen und Astronauten.

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