ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2019Influenza: Gesetzgeber will Grippeimpfung in Apotheken erlauben

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Influenza: Gesetzgeber will Grippeimpfung in Apotheken erlauben

Dtsch Arztebl 2019; 116(16): A-770 / B-634 / C-622

Maybaum, Thorsten

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Um die Vor-Ort- Apotheken zu stärken, sind eine ganze Reihe von Änderungen vorgesehen. Insgesamt ist das Packet für die Apotheker rund 205 Millionen Euro teuer. Foto: dpa
Um die Vor-Ort- Apotheken zu stärken, sind eine ganze Reihe von Änderungen vorgesehen. Insgesamt ist das Packet für die Apotheker rund 205 Millionen Euro teuer. Foto: dpa

Nicht nur Ärzte, sondern auch Apotheker sollen künftig die Bevölkerung gegen Influenza impfen dürfen. Das geht aus Eckpunkten und einem Gesetzentwurf zur Stärkung der Apotheke vor Ort aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hervor. Demnach sollen Krankenkassen oder ihre Landesverbände mit Apothekern Verträge über entsprechende Modellprojekte schließen können. Die Modellprojekte sollen maximal fünf Jahre lang laufen. Soweit das Berufsrecht nicht entgegenstehe, könnten die Impfungen in der Apotheke erfolgen, heißt es vom BMG. Die Sicherheit der Patienten werde „durch ärztliche Schulungen der Impfenden sichergestellt“, in denen unter anderem Kompetenzen zur Aufklärung und Durchführung der Impfung und zu Notfallmaßnahmen bei eventuellen akuten Impfreaktionen vermittelt werden, schreibt das Ministerium weiter. Was notwendig ist, um Apotheker zu schulen, sollen Robert Koch- und Paul-Ehrlich-Institut im Detail regeln. Die Verträge müssen die Voraussetzungen für die Durchführung von Grippeschutzimpfungen in Apotheken sowie deren Vergütung, Abrechnung und Dokumentation regeln, ist der Begründung zum Gesetzentwurf zu entnehmen. Die Regelungen könnten auch notwendige Fragen zur Haftung und Deckungsvorsorge beinhalten. Bundes­ärzte­kammer und Deutscher Hausärzteverband zeigten sich von den Reformplänen aus dem BMG wenig begeistert. Sogar Stimmen aus der Apothekerschaft lehnten den Vorstoß aus dem Ministerium ab. Ebenfalls mit dem Gesetzentwurf vorgesehen ist, dass Ärzte Patienten mit schwerwiegenden chronischen Erkrankungen Rezepte ausstellen können, die bis zu drei Mal eingelöst werden können. may

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