ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2019Antibiotika: Ärzte sollen Fluorchinolone eingeschränkt verordnen

AKTUELL

Antibiotika: Ärzte sollen Fluorchinolone eingeschränkt verordnen

Dtsch Arztebl 2019; 116(16): A-772 / B-636 / C-624

Hillienhof, Arne

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Fluorchinolone können das Risiko auf Sehnenrupturen erhöhen. Seit Kurzem wird angenommen, dass dies auch für eine Aortendissektion gilt. Foto: Science Photo Library/Dr. P. Marazzi
Fluorchinolone können das Risiko auf Sehnenrupturen erhöhen. Seit Kurzem wird angenommen, dass dies auch für eine Aortendissektion gilt. Foto: Science Photo Library/Dr. P. Marazzi

Ärzte sollen Fluorchinolone wegen schwerer Nebenwirkungen nur noch stark eingeschränkt verordnen. Dazu hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aufgerufen. Die Antibiotika sollen insbesondere nicht mehr bei Infektionen verschrieben und angewendet werden, die auch ohne Behandlung abklingen oder die nicht schwerwiegend sind sowie bei nicht-bakteriellen Infektionen. „Auch bei leichten bis mittelschweren Infektionen sollen Fluorchinolone nicht mehr angewendet werden, es sei denn, andere Antibiotika, die üblicherweise zur Behandlung dieser Infektionen empfohlen werden, können nicht angewendet werden“, so das BfArM. Betroffen sind alle Fluorchinolone, die über den Mund eingenommen, injiziert oder inhaliert werden. In Deutschland bestehen Zulassungen für die Wirkstoffe Ciprofloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Norfloxacin und Ofloxa-
cin. In einem Rote-Hand-Brief finden sich weitere Warnhinweise für Ärzte und andere Angehörigen der Heilberufe zu fluorchinolonhaltigen Antibiotika. „Bestimmte schwerwiegende Nebenwirkungen von Fluorchinolonen können lang anhalten, die Lebensqualität beeinträchtigen und sind möglicherweise irreversibel. Sie betreffen hauptsächlich Sehnen, Muskeln, Gelenke und das Nervensystem“, teilte das BfArM mit. Fluorchinolone seien außerhalb dieser Bereiche aber weiterhin eine wichtige Behandlungsoption gegen verschiedene Infektionserkrankungen, darunter einige lebensbedrohliche, bei denen andere Antibiotika nicht ausreichend wirksam sind, so das BfArM weiter. hil

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema