ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2019Impfberatung in der Praxis: Noch größere Motivation
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Dem Tenor des Artikels ist im Prinzip zuzustimmen. Die Motivation der Bevölkerung, sich impfen zu lassen, wäre freilich noch größer, wenn zwei Bedingungen erfüllt wären:

1.) Die Bevölkerung muss sich bei einer vom Staat gedeckten Maßnahme absolut sicher sein können, dass nur saubere, behördlich zuverlässig geprüfte Impfstoffe zur Anwendung kommen. Labordaten aus jüngerer Zeit zeigen, dass davon leider nicht grundsätzlich ausgegangen werden kann.

2.) Impflinge müssen damit rechnen können, dass im (seltenen) Falle eines gravierenden Impfschadens der Staat seiner Entschädigungspflicht tatsächlich nachkommt. Die Realität sieht leider anders aus: Auch Menschen, bei denen sich ein sehr wahrscheinlicher Zusammenhang zwischen Impfung und z. B. neurologischer Schädigung gutachterlich ergibt, müssen als Kläger über Jahre erleben, dass ihr Entschädigungsanspruch abschlägig vom Sozialgericht beschieden wird, fast immer mit dem Hinweis, dass andere Ursachen nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden können und dass statistisch eine derartige Schädigung nur äußerst selten vorkomme. Jedoch: auch bei einer Wahrscheinlichkeit von 1:100 000 kann es sein, dass ein solcher Fall einmal einen deutschen Impfling trifft.

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Um Impfschäden zu vermeiden, sollte davor gewarnt werden, sich routinemäßig etwa vor jeder Urlaubsreise „durchimpfen“ zu lassen und somit mit 40 bis 50 Impfungen irgendwann eine möglicherweise doch nicht unbedenkliche Aluminiummenge im Körper versammelt zu haben. (Es muss wohl einen Grund haben, dass manche Hersteller versuchen, aluminiumfreie Adjuvanzien zu erarbeiten.)

Prof. Dr. med. Bruno Müller-Oerlinghausen, 10557 Berlin

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