ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2019Randnotiz: Absurdes Verbot

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Randnotiz: Absurdes Verbot

Dtsch Arztebl 2019; 116(17): A-817 / B-673 / C-661

Gießelmann, Kathrin

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Eine neue Nährwertkennzeichnung (NWK) von Lebensmitteln, die eine gesunde Wahl erleichtert, wird es in den nächsten Jahren vermutlich nicht geben. Dafür hat Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) jetzt gesorgt. Zwar existieren mehr als 50 Modelle – was für andere Länder gut genug ist, taugt ihrer Ansicht nach für Deutschland aber nicht. Dieses Fazit zieht die Ministerin aus dem von ihr beauftragen Bericht des Max-Rubner-Instituts (MRI),der elf NWKs vergleicht. Das MRI hat nun die undankbare Aufgabe noch ein weiteres Modell zu entwickeln, das alle anderen toppen soll. Ein mehrjähriger Prozess wird folgen. Dabei hatte das MRI ein schnelleres Vorgehen vorgeschlagen: Eines der geprüften NWKs solle ausgewählt und für Deutschland angepasst werden. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale Bundesverband sowie der Deutschen Allianz Nichtübertragbarer Krankheiten hat der Bericht dafür einen optimalen Kandidaten zu Tage gefördert: Das Nutri-Score-Modell, das bereits Frankreich, Belgien, Spanien, Portugal und Luxemburg überzeugen konnte. Die in Studien gut untersuchte NWK haben auch schon deutsche Hersteller für sich entdeckt. Danone deklariert erste Lebensmittel mit dem Nutri-Score. Iglo wollte dem guten Beispiel folgen. Völlig absurd erscheint daher das aktuelle Urteil des Hamburger Landgerichts. Sie haben Iglo die Kennzeichnung mit dem Nutri-Score vorerst verboten. Iglo habe nicht ausreichend belegt, dass die Nährwerteinstufungen auf fundierten und wissenschaftlich haltbaren Erkenntnissen der Verbraucherforschung beruhen, teilte der Sprecher mit. Iglo will in Berufung gehen – hoffentlich mit Erfolg.

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