ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2019Karl Bonhoeffer †: Arzt für Frieden und gegen den Atomkrieg

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Karl Bonhoeffer †: Arzt für Frieden und gegen den Atomkrieg

Dtsch Arztebl 2019; 116(18): A-907 / B-747 / C-735

Zylka-Menhorn, Vera

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Karl Bonhoeffer, Foto: picture alliance
Karl Bonhoeffer, Foto: picture alliance

Als Karl Bonhoeffer 14 Jahre alt war, wurde sein Onkel, der Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer, von der Nazijustiz ermordet – ein Ereignis, das seinen Lebensweg maßgeblich beeinflussen sollte. Die Friedensarbeit stand neben der Medizin im Fokus seines Schaffens.

Prof. Dr. med. Karl Bonhoeffer wurde 1971 Ordinarius und Direktor des Instituts für Anästhesiologie der Uniklinik Köln. Einige Jahre später führte der NATO-Doppelbeschluss über die Aufstellung neuer Atomraketen in Deutschland zu bundesweiten Demonstrationen. Die Nachrüstungsdebatte veranlasste Bonhoeffer, die deutsche Sektion der Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs (IPPNW) zu gründen. Er wurde in deren Vorstand gewählt. 1985 wurde die Arbeit der IPPNW mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Im Jahr darauf folgte die Berufung Bonhoeffers zum Präsidenten des IPPNW-Weltkongresses. Der damalige Bundespräsident Johannes Rau betonte bei seiner Gastrede: „Sie sind durch Ihr Engagement unbequem für manchen Politiker, aber auch für manchen ärztlichen Kollegen.“ Die IPPNW begreife den Hippokratischen Eid als Mitverantwortung für das Überleben der Menschheit.

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Für Außenstehende überraschend, für Bonhoeffer nur logisch, gab er 1987 sein Ordinariat auf und zog nach Dachau, um sich ganz der Friedensarbeit zu widmen: „Dachau ist für mich ein Ort, an dem man wirklich lernen kann, was deutsche Geschichte ist.“ Bonhoeffer ist am 8. Februar im Alter von 88 Jahren gestorben. Dr. med. Vera Zylka-Menhorn

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