ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2019Asthma bronchiale: Die Inhalation verbessern

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Asthma bronchiale: Die Inhalation verbessern

Dtsch Arztebl 2019; 116(18): A-900

von Weikersthal, Gabi Fischer

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Die erfolgreiche Asthmatherapie erfordert die korrekte Anwendung der verordneten Pulverinhalatoren und Dosieraerosole – und scheitert oft genau daran. Ein neu zugelassenes, atemzuggetriggertes Dosier-Aerosol soll Patienten die inhalative Therapie erleichtern.

Für die Behandlung des Asthma bronchiale werden meist inhalative Therapeutika eingesetzt. Mit ihnen können im Vergleich zur oralen oder parenteralen Applikation hohe lokale Wirkstoffkonzentrationen erreicht werden, und dies bei weniger systemischen Nebenwirkungen. Zudem tritt die Wirkung rascher ein als bei oralen Medikamenten. Für eine erfolgreiche Inhalationstherapie des Asthma bronchiale muss der Wirkstoff aber auch in ausreichender Menge in die unteren Atemwege gelangen. Was so banal klingt, beschäftigt Ärzte wie Asthmapatienten jedoch täglich: Die unterschiedlichen Inhalatortypen unterscheiden sich in der Anwendung zum Teil deutlich voneinander und stellen manche Patienten vor Herausforderungen.

„Wir müssen den Patienten so mit seinem Device zusammenbringen, dass er es gerne nutzt – denn Menschen lieben es, die Kontrolle zu haben. Wenn man etwas gut beherrscht, sogar eine Rückkopplung in Form einer Wirkung bekommt – dann klappt es auch mit Adhärenz und Compliance“, sagte Dr. med. Thomas Voshaar, Moers. „Dennoch dürfen wir nicht auf die ärztliche Kontrolle verzichten: Fragen nach besserer Kondition, einem besseren Lebensgefühl sind wichtig. Lassen Sie sich beim zweiten Termin unbedingt die Anwendung des Devices vorführen!“, riet der Pneumologe.

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Internetvideos mitverordnen

Kurze Lehrfilme im Internet eignen sich gut, um den richtigen Gebrauch von Inhalatoren zu demonstrieren. In den USA hat sich dies schon lange bewährt (1), aber auch die Deutsche Atemwegsliga bietet 2-minütige Videos zur richtigen Anwendung der einzelnen Inhalationssysteme an (2). „Dies sollten Sie Ihrem Patienten ruhig mit aufs Rezept schreiben“, so Voshaar.

Atemzuggetriggerte Dosier-Aerosole (breath triggered inhaler [BTI]) verbinden die Vorteile verschiedener Inhalatorklassen, erklärte Dr. med. Justus De Zeeuw, Köln: Die Koordination von Einatmung und Auslösen des Inhalationsgerätes entfällt, es ist lediglich ein relativ geringer inspiratorischer Kraftaufwand erforderlich. Bislang waren diese Devices nur mit Monosubstanzen erhältlich.

Der neu zugelassene Flutiform® k-haler® ist das erste BTI in Europa, das eine Wirkstoffkombination aus ICS/LABA (Fluticason/Formoterol) enthält. Es ist in zwei verschiedenen Wirkstärken erhältlich (50 μg oder 125 μg Fluticason jeweils in Kombination mit 5 μg Formoterol) und wird bei Patienten ab 12 Jahren in einer Dosierung von 2x2 Hüben/Tag angewendet.

Der patentierte Knick im Ventil (k-valve™) erleichtert die korrekte Anwendung für Asthmapatienten. Nach dem Öffnen der Schutzkappe wird eine Wirkstoffdosis bereitgestellt und im Knick festgehalten. Durch den Atemzug begradigt sich das Ventil und ein Sprühstoß wird freigesetzt. Es ist keine Koordination und keine hohe inspiratorische Kraft nötig. Die Lungendeposition liegt bei 43 %, was laut de Zeuuw ein guter Wert ist: „Wir dürfen nicht vergessen, dass in den meisten Studien die Lungendeposition fast immer bei gesunden Probanden dokumentiert wird und nicht bei Asthmatikern.“

De Zweuuw betonte weiter: „Bei dem k-haler gibt es eine Besonderheit, die bislang wirklich einzigartig ist, aber Schule machen sollte: Jeder von uns kennt die teilweise irreführenden Anwendungsanleitungen in der Gebrauchsinformation – hier ist man nun einen anderen Weg gegangen, den Patienten auch von ihren Elektrogeräten oder Mobiltelefonen kennen – man hat die Betriebsanleitung in die Packung hineingedruckt.“

Verpackung mit Mehrwert

Direkt nach dem Öffnen der Verpackung sieht der Patient eine konkrete, verständliche Anleitung zur Anwendung seines verordneten Devices. Links steht, wie vorzugehen ist, wenn der Inhalator zum ersten Mal in Betrieb genommen wird beziehungsweise längere Zeit nicht genutzt wurde. Auf der rechten Seite wird erklärt, wie die Inhalation vorbereitet und durchgeführt wird.

Das Prinzip scheint zu funktionieren, wie eine randomisierte Studie belegt (3): Ohne Schulung benutzten 77 % der Patienten beim ersten Versuch den k-Haler korrekt, alle kritischen Schritte wurden beim ersten Versuch schon von 87 % absolviert, nach ein oder zwei Versuchen konnten 93 % das Device korrekt bedienen. „Schon beim ersten Versuch gelang 99 % der Patienten die erfolgreiche Triggerung“, so de Zeuuw. Gabi Fischer von Weikersthal

Quelle: Symposium „Inhalationstherapie 2.0: Hürden und Chancen in München, 14. März 2019. Veranstalter: Mundipharma

1.
Sposato B. Should Inhaler Prescriptions Also Recommend Watching Videos Showing How to Use Inhaling Devices Properly? J Aerosol Med Pulm Drug Deliv 2018; 31 (5): 321 CrossRef
2.
Deutsche Atemwegsliga: Richtig inhalieren. www.atemwegsliga.de/richtig-inhalieren.html (last accessed on 24. April 2019).
3.
Bell D, Mansfield L, Lomax M: A Randomized, Crossover Trial Evaluating Patient Handling, Preference, and Ease of Use of the Fluticasone Propionate/Formoterol Breath-Triggered Inhaler. J Aerosol Med Pulm Drug Deliv 2017, 30: 425–34 CrossRef
1.Sposato B. Should Inhaler Prescriptions Also Recommend Watching Videos Showing How to Use Inhaling Devices Properly? J Aerosol Med Pulm Drug Deliv 2018; 31 (5): 321 CrossRef
2.Deutsche Atemwegsliga: Richtig inhalieren. www.atemwegsliga.de/richtig-inhalieren.html (last accessed on 24. April 2019).
3.Bell D, Mansfield L, Lomax M: A Randomized, Crossover Trial Evaluating Patient Handling, Preference, and Ease of Use of the Fluticasone Propionate/Formoterol Breath-Triggered Inhaler. J Aerosol Med Pulm Drug Deliv 2017, 30: 425–34 CrossRef

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