ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2019Gebührenordnung: Ärztliche Leichenschau soll besser vergütet werden

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Gebührenordnung: Ärztliche Leichenschau soll besser vergütet werden

Dtsch Arztebl 2019; 116(18): A-870 / B-718 / C-706

Maybaum, Thorsten

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Für die ärztliche Leichenschau sollen Ärzte künftig deutlich mehr als bisher abrechnen können. Foto: Ivan-balvan/iStock
Für die ärztliche Leichenschau sollen Ärzte künftig deutlich mehr als bisher abrechnen können. Foto: Ivan-balvan/iStock

Ärzte können künftig mehr Geld für die ärztliche Leichenschau abrechnen. Rund 166 Euro sind für eine eingehende Leichenschau vorgesehen – plus Zuschläge, wie ein Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) für eine „Fünfte Verordnung zur Änderung der Gebührenordnung für Ärzte“ zeigt. Die Verordnung soll zum 1. Januar 2020 in Kraft treten. Die Vergütungshöhe – zuzüglich Wegegeld, Reiseentschädigung und anderer anfallender Zuschläge – korrespondiere mit dem von einer Arbeitsgruppe der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden zur Verbesserung der Qualität der äußeren Leichenschau 2011 erarbeiteten Vorschlag für die Honorierung, schreibt das Ministerium. Die Arbeitsgruppe hatte eine Erhöhung der bisher vorgesehenen Vergütung befürwortet und im Regelfall einen Betrag von 170 Euro als angemessen erachtet. Derzeit können Ärzte für die Leichenschau rund 51 Euro verlangen: Etwa wenn sie nachts oder am Wochenende gerufen werden. Ansonsten liegt der Satz sogar niedriger. Wie das Ministerium weiter erklärt, bedürfe es bei der ärztlichen Untersuchung eines Toten mit der Feststellung des Todes und der Qualifikation der Todesart „besonderer Sorgfalt“. Das festgelegte Honorar für die Todesfeststellung entspräche nicht mehr den Anforderungen. Die Kosten der Reform tragen in diesem Fall weder die gesetzliche noch die private Kran­ken­ver­siche­rung. Die Leistungen zur Todesfeststellung müssen die Hinterbliebenen bezahlen. Das Ministerium rechnet mit Mehrkosten von rund 78,9 Millionen Euro pro Jahr, die im Rahmen der Bestattungskosten aufzubringen seien. Die Zusatzkosten für Städte und Gemeinden schätzt das BMG durch ordnungsrechtliche Bestattungen und Sozialbestattungen auf rund 3,3 Millionen Euro. may

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