ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2019Ärztlicher Nachwuchs: Mainzer Medizinstudierende sollen auch in Trier ausgebildet werden

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Ärztlicher Nachwuchs: Mainzer Medizinstudierende sollen auch in Trier ausgebildet werden

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Die Mainzer Universitätsmedizin möchte mit dem Konzept die Regionalisierung des Medizinstudiums unterstützen. Foto: dpa
Die Mainzer Universitätsmedizin möchte mit dem Konzept die Regionalisierung des Medizinstudiums unterstützen. Foto: dpa

Medizinstudierende sollen vom Wintersemester 2020/21 an ihre klinische Ausbildung in Rheinland-Pfalz nicht nur in Mainz, sondern auch in Trier absolvieren können. Dies sei ein wichtiger Beitrag zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung in den Regionen, sagt Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

Zunächst sollen 30 Studierende für das zehnte Semester freiwillig in die viertgrößte Stadt des Bundeslandes wechseln und das anschließende Praktische Jahr an einem Krankenhaus absolvieren. Das Konzept für den „Medizincampus“ werde dann aber noch weiter ausgebaut, Einzelheiten müssten noch erarbeitet werden.

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Die Universitätsmedizin in Mainz werde so entlastet. Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder und das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier könnten zugleich Nachwuchs sichern und die Stadt ihr Profil als Standort der Hochschule und der Gesundheitswirtschaft schärfen, sagt Dreyer.

An der Mainzer Universitätsmedizin sind laut Wissenschaftsministerium rund 3 400 Medizinstudierende eingeschrieben, pro Semester werden etwas mehr als 200 aufgenommen. An anderen Hochschulen des Landes gibt es keine Medizinausbildung.

Für die Umsetzung des Konzepts stelle die Landesregierung im Jahr 2020 zunächst eine halbe Million Euro zur Verfügung. Bis zum vollen Ausbau des Konzepts 2025 seien acht Millionen Euro vorgesehen, sagt Wissenschaftsstaatssekretär Denis Alt (SPD).

„Vor dem Hintergrund eines drohenden Ärztemangels vor allem auf dem Land unterstützt die Universitätsmedizin Mainz die Regionalisierung des Medizinstudiums durch Kooperationen mit den Kliniken in Trier“, teilten die Vorstände der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. med. Ulrich Förstermann und Prof. Dr. med. Norbert Pfeiffer, mit.

Der Oberbürgermeister der Stadt Trier, Wolfram Leibe (SPD) sprach von „einem richtungsweisenden Beschluss zur besseren Versorgung im ländlichen Bereich: Die Großstadt übernimmt Verantwortung für das Umland“. dpa

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