ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2019Heilpraktiker: Sicherheit aufs Spiel gesetzt
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Wie konnte so etwas passieren? Wo bleibt das historische Abstimmungsergebnis des

Antrags von Herrn NRW-Kammerpräsident Rudolf Henke, MdB, vom 25. Mai 2017 auf dem 120. Deutschen Ärztetag in Freiburg? Dort wurde einstimmig beschlossen, den Heilpraktikern alle invasiven Maßnahmen und die Behandlung von Krebs zu untersagen.

Seither ist nichts geschehen. Kann man eine solch eindeutige Willenserklärung der

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deutschen Ärzteschaft einfach ignorieren? Wozu werden auf Ärztetagen Anträge vorbereitet und zur Abstimmung gestellt? Der strebsame Herr Minister Spahn macht die versammelten ärztlichen Delegierten lächerlich. Wenn er da der Auffassung folgt, dass die Akzeptanz der Heilpraktiker in der Bevölkerung hoch sei, so müsste er auch den Öffentlichen Personennahverkehr kostenfrei stellen, denn auch das wünscht sich das Volk.

Hier wird unter der Hand die Patientensicherheit – und nur um die geht es – leichtfertig und mit absehbaren Konsequenzen aufs Spiel gesetzt.

Dr. med. Rudolf Waldmann, 41239 Mönchengladbach

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MITDENKER
am Montag, 3. Juni 2019, 14:47

Ignoranz

Dazu:
"Seither ist nichts geschehen. Kann man eine solch eindeutige Willenserklärung der deutschen Ärzteschaft einfach ignorieren?"

Antwort: Man kann. Zum Glück, denn sonst könnten ja die Heilpraktiker einen Beschluss (mit gesetzlicher Umsetzungsgarantie) herbeiführen, dass den Ärzten alle invasiven Therapien und die Möglichkeit zum Verschreiben von Medikamenten etc. (man müsste das mal noch genauer ausformulieren) weggenommen werden, da dies nachweislich zu Zehntausenden von Toten pro Jahr in Deutschland führt:

"So fasst das APS-Weissbuch die neuesten Studien zum Thema noch einmal zusammen, vor allem soweit sie in Deutschland und im benachbarten europäischen Ausland durchgeführt worden sind. Im Krankenhaus ergeben sich auf der Basis von 20 Mill. Krankenhausaufnahmen jährlich
◾1 – 2 Mill. Unerwünschte Ereignisse,
◾400.000 bis 800.000 Vermeidbare (auf Fehler zurückzuführende) Unerwünschte Ereignisse,
◾200.000 Behandlungsfehler (mit mangelnder Sorgfalt, juristischer Begriff) und
◾20.000 vermeidbare Todesfälle.

(Wohlgemerkt, da sind die "ambulanten Todesfälle" nicht mit in der Statistik enthalten...!!)

Wenn man von 420.000 jährlich auftretenden Todesfällen im Krankenhaus ausgeht, bleibt also festzuhalten, dass rund jeder 20. Todesfall im Krankenhaus durch Fehler im Behandlungsprozess verursacht wird."

Man lasse mal die Kirche im Dorf u. vergleiche mit den Todesfällen durch Heilpraktiker-Behandlung pro Jahr. Da landen wir ungefähr bei der Zahl der Todesfälle durch Masern (nämlich bei ca. EINS). Aus gutem Grund ist das Thema Krebstherapie/Brügge/Todesfälle so heftig in den Medien, da es einer der wenigen Fälle ist und es sich somit - endlich! - mal für eine heftige Attacke von Teilen der Ärzteschaft auf die leidige Heilpraktiker-Konkurrenz eignet(e). Und - erstmal warten, wie das Urteil ausgeht Und selbst wenn er verurteilt wird, schwarze Schafe gibst es überall. Man schafft auch nicht die Krankenpfleger*innen ab bzw. beschneidet deren Kompetenzen, nur weil 1 Krankenpfleger absichtlich über 100 Kranke/Patienten umgebracht hat...

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