ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2019Randnotiz: Bauen auf die Brailleschrift

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Randnotiz: Bauen auf die Brailleschrift

Maybaum, Thorsten

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Sehbehinderte Kinder sollen künftig mit Legosteinen spielerisch die Brailleschrift lernen. Ein entsprechendes Projekt setzt der Hersteller Lego gerade um. Das dänische Unternehmen hat dafür das Punktmuster der Blindenschrift auf die Spielsteine übertragen und spezielle Sets zusammengestellt. Jedes Paket enthalte die passenden Steine unter anderem für das Alphabet, die Zahlen von null bis neun und Mathematiksymbole.
Damit Sehende die Steine schnell zuordnen können, sind diese zugleich mit den entsprechenden Zeichen und Buchstaben versehen. Das Konzept wurde der Lego-Stiftung erstmals 2011 vom Dänischen Blindenverband und 2017 von der brasilianischen Dorina Nowill Foundation for the Blind vorgeschlagen, wie das Unternehmen mitteilte. Es sei seitdem in enger Zusammenarbeit mit Blindenverbänden aus Dänemark, Brasilien, Großbritannien und Norwegen weiterentwickelt worden. Die ersten Prototypen befänden sich in Konzepttests. Nach Abschluss der Testphase sollen die Braillesets ab 2020 über ausgewählte Organisationen blinden und sehbehinderten Kindern gratis zur Verfügung gestellt werden, wie Lego erklärte. Bei Betroffenenverbänden kommt das gut an. „Immer weniger blinde oder sehbehinderte Kinder lernen das Lesen und Schreiben mittels der Blindenschrift“, sagte Philippe Chazal von der Europäischen Blindenunion. Sie nutzten stattdessen oft technische Hilfsmittel. Was zunächst als Vorteil erscheine, könne von Nachteil sein. So seien Menschen, die die Brailleschrift verwenden, oft unabhängiger. Chazal zeigte sich überzeugt, dass die Braillesteine das Interesse am Erlernen der Blindenschrift erhöhen.

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