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Zu dem sehr übersichtlichen Artikel von Rauer et al. (1) können aus dermatologischer Sicht einige Punkte ergänzt werden. In Endemiegebieten weist das Erythema migrans als sogenannte Markerdermatose der frühen Borreliose eine so hohe Spezifität auf, dass im Unterschied zur Neuroborreliose eine Labordiagnostik in der Regel nicht erforderlich ist. Allerdings kann eine histopathologische Untersuchung läsionaler Haut diagnostisch wertvoll sein, um wichtige Differenzialdiagnosen wie beispielsweise unspezifische Arthopodenreaktionen, Erysipel, Granuloma anulare oder eine zirkumskripte Sklerodermie auszuschließen. Die Biopsie ist am besten am Rand des Erythems zu gewinnen. Histologisch findet man – bei unauffälliger Epidermis – ein entzündliches Infiltrat mit Lymphozyten und Histiozyten in der superfiziellen Dermis sowie eine Dilatation der Blutgefäße als Korrelat des Erythems.

Trotz der häufigen klinischen Selbstlimitierung des Erythema migrans ist auch bei diesem regelmäßig eine antibiotische Therapie indiziert, um eine Persistenz des Erregers und somit auch mögliche spätere borrelieninduzierte Erkrankungen wie unter anderem Neuroborreliose zu verhindern. Im Unterschied zu einigen anderen Verläufen der Neuroborreliose reichen beim Erythema migrans orale Gaben eines Antibiotikums aus. Therapiert wird mit Doxycyclin (2 × 100 mg oder 1 × 200 mg täglich per os über 10 –14 Tage) oder mit Amoxicillin, bei Kindern unter neun Jahren mit Amoxicillin oder Cefuroxim-Axetil sowie während Schwangerschaft und Laktation mit Amoxicillin jeweils über 14 Tage (2). Eine sorgfältige Aufklärung der Patienten bei geplanter (oraler) Antibiose vor Therapiebeginn über die Wichtigkeit der Behandlung sowie über mögliche Neben- und Wechselwirkungen kann dazu beitragen, die Adhärenz entscheidend zu verbessern.

DOI: 10.3238/arztebl.2019.0344b

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Dipl. Chem. Michael Haufs

Facharztpraxis für Dermatologie, Allergologie und Umweltmedizin,
Münster; michaelhaufs@gmx.de

Interessenkonflikt

Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Rauer S, Kastenbauer S, Fingerle V, Hunfeld KP, Huppertz HI, Dersch R: Clinical practice guideline: Lyme neuroborreliosis. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 751–6 VOLLTEXT
2.
Deutsche Dermatologische Gesellschaft: S2k Leitlinie: Kutane Lyme Borreliose. www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013–044l_S2k_Kutane_Lyme_Borreliose_2016–05.pdf (last accessed on 9 April 2019).
1.Rauer S, Kastenbauer S, Fingerle V, Hunfeld KP, Huppertz HI, Dersch R: Clinical practice guideline: Lyme neuroborreliosis. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 751–6 VOLLTEXT
2.Deutsche Dermatologische Gesellschaft: S2k Leitlinie: Kutane Lyme Borreliose. www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013–044l_S2k_Kutane_Lyme_Borreliose_2016–05.pdf (last accessed on 9 April 2019).

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