ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2019Kehrtwende: FDP will Heilpraktikerberuf jetzt doch erhalten

AKTUELL

Kehrtwende: FDP will Heilpraktikerberuf jetzt doch erhalten

PP 18, Ausgabe Mai 2019, Seite 196

Hillienhof, Arne

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Bei der Behandlung von Erkrankungen will die FDP den Menschen die freie Wahl lassen. Foto: Björn Wylezich/stock.adobe.com
Bei der Behandlung von Erkrankungen will die FDP den Menschen die freie Wahl lassen. Foto: Björn Wylezich/stock.adobe.com

Die FDP hat eine grundlegende Wende in ihrer Einstellung zum Heilpraktikerberuf und zur Heilpraktikerausbildung vollzogen. Sah die Arbeitsgruppe Gesundheit der FDP-Fraktion im Bundestag es noch im vergangenen Herbst „im Sinne der Patientensicherheit“ als geboten an, „die Erlaubnis zur Bezeichnung als Heilpraktiker mittelfristig auslaufen zu lassen“, plädiert die Gesamtfraktion jetzt dafür, den Beruf zu erhalten und auch die Ausbildung allenfalls „innerhalb der bestehenden Systematik“ zu verändern. Das geht aus einem neuen Positionspapier der FDP-Fraktion hervor, das dem Deutschen Ärzteblatt (DÄ) vorliegt. „Wir nehmen wahr, dass sich Menschen von Heilpraktikern gut beraten und betreut fühlen. Wir respektieren das Empfinden der Menschen, Heilung zu finden“, sagte Pascal Kober, sozialpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, dem . „Zur Freiheit des Einzelnen gehört auch das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper“, heißt es in dem Papier. Dies schließe auch ein, auf Therapien zu verzichten oder alternative Behandlungsmethoden in Anspruch zu nehmen, auch wenn deren Wirksamkeit nach den bisher bekannten naturwissenschaftlichen Methoden nicht belegt sei. Auch die Ausbildungs- beziehungsweise Prüfungsregelungen für Heilpraktiker sieht die FDP jetzt als ausreichend an. Die seit rund einem Jahr bundeseinheitlich geregelte Heilpraktikerüberprüfung stelle sicher, „dass Heilpraktiker über entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen, damit von ihrer Tätigkeit bei ordnungsgemäßer Ausübung von Heilkunde keine Gefahr für die Gesundheit ihrer Patienten ausgeht“, heißt es. Bestehende Gesetze seien ausreichend und bedürften allenfalls Anpassungen.

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema