ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2019Sucht: Bundesregierung sieht keine Anzeichen für Opioidkrise wie in den USA

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Sucht: Bundesregierung sieht keine Anzeichen für Opioidkrise wie in den USA

PP 18, Ausgabe Mai 2019, Seite 196

Hillienhof, Arne

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Opioidsucht ist ein gewaltiges Problem in den USA. Die US-Regierung schätzt, dass 2,5 Millionen US-Bürger betroffen sind. Foto: picture alliance
Opioidsucht ist ein gewaltiges Problem in den USA. Die US-Regierung schätzt, dass 2,5 Millionen US-Bürger betroffen sind. Foto: picture alliance

Das Risiko für eine Opioidkrise wie in den USA ist in Deutschland gering. Diese Auffassung vertritt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag. Die Verordnung und Abgabe stark wirksamer opioidhaltiger Arzneimittel sei in Deutschland im Vergleich zu den USA durch deutlich restriktivere Regelungen im Betäubungsmittelrecht bestimmt. Aufgrund des in Deutschland an medizinischen Indikationen ausgerichteten Verschreibungsverhaltens sei derzeit nicht mit einer ähnlich dramatischen Entwicklung wie in Nordamerika zu rechnen, heißt es darin.

Allerdings seien Opioide nicht die einzigen Arzneimittel mit Suchtpotenzial. „Geht es um das Abhängigkeitspotenzial von Arzneimitteln, stehen die Langzeitanwendungen von Tranquillantien, Schlafmitteln wie Benzodiazepinen und Z-Substanzen sowie Schmerzmitteln im Vordergrund“, heißt es in der Antwort. Der Entstehung von Missbrauch und Abhängigkeit von Arzneimitteln liegt der Regierung zufolge „ein komplexes, individuelle sowie soziale Faktoren umfassendes Ursachengeflecht zugrunde“. Ausführliche Information über richtige Anwendung und Risiken seien besonders wichtig, um Missbrauch und Abhängigkeit zu vermeiden. „Da der größte Anteil der Arzneimittel mit Suchtpotenzial verschreibungspflichtig ist, kommt auch den Ärzten sowie den Apothekern eine große Verantwortung zu“, schreibt die Bundesregierung. Sie verweist auf Leitfäden zum Umgang mit Arzneimitteln mit Abhängigkeitspotenzial von Bundes­ärzte­kammer und Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände.

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