ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2019Kinder und Jugendliche: Rechtzeitige Therapie von Schlafstörungen

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Kinder und Jugendliche: Rechtzeitige Therapie von Schlafstörungen

PP 18, Ausgabe Mai 2019, Seite 225

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Schlafprobleme und Schlafstörungen sind im Kindes- und Jugendalter weit verbreitet. Allerdings legen sich Schwierigkeiten mit dem Schlafen nicht von selbst, sondern neigen zum Chronifizieren. Es ist daher wichtig, sie rechtzeitig zu behandeln. Dabei ist darauf zu achten, dass die Therapie an das Alter angepasst wird, denn in jedem Alter dominieren andere Schlafstörungen. Die Psychologin Angelika Schlarb von der Universität Bielefeld stellt in einer Übersichtsarbeit verschiedene alterstypische Schlafstörungen und entsprechende Behandlungen vor. Zum Beispiel klappt es bei vielen Säuglingen mit dem Ein- und Durchschlafen nicht, und bei Vorschulkindern kann das Einschlafen an bestimmte äußere Bedingungen geknüpft sein. Im Grundschulalter treten Ein- und Durchschlafprobleme sowie Albträume auf. Im Jugendalter ist neben Schlafproblemen auch Schlafmangel zu beobachten.

Alle Schlafprobleme gehen mit emotionalen, körperlichen und mentalen Defiziten und Beeinträchtigungen einher und beeinträchtigen das Umfeld (zum Beispiel die Eltern).

Zur Behandlung von Schlafstörungen im Vorschulalter eignen sich beispielsweise Einschlafrituale, Schlafreduktion und -hygiene, Massage-, Entspannungs- und Imaginationstechniken. Bei Kindern im Grundschulalter bieten sich unter anderem Entspannungs- und hypnotherapeutische Techniken sowie kognitive Umstrukturierung an. Bei Jugendlichen können Schlafhygiene, Bettzeitrestriktion, kognitives Umstrukturieren und andere Techniken Abhilfe schaffen. Für alle Altersstufe gibt es darüber hinaus Trainings, in die die Eltern eingebunden werden.

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Einschlaf- und Durchschlafprobleme und Albträume können mit diesen Verfahren verbessert werden. „Insgesamt muss jedoch festgestellt werden, dass die Studienlage noch deutlich verbesserungsfähig ist“, so Schlarb. ms

Schlarb A: Therapie von Insomnien und Albträumen im Kindes- und Jugendalter. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 2018;
46 (5): 383–391.

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