ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2019Kulturkalender: Von jungen und alten Meistern

KULTUR

Kulturkalender: Von jungen und alten Meistern

PP 18, Ausgabe Mai 2019, U3

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

BERLIN

17. Mai bis 15. September:

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Gustave Caillebotte

© The Art Institute of Chicago
© The Art Institute of Chicago

Mit Gustave Caillebottes monumentalem Gemälde „Straße in Paris, Regenwetter“ (Bild) ist eine in Europa normalerweise nur selten zu sehende Ikone des Impressionismus in Berlin zu besichtigen. Das Bild aus dem Besitz des Art Institute of Chicago gilt als sein Schlüsselwerk. Mit der kühnen Perspektive und den fast lebensgroßen Figuren repräsentiert es die neue Sichtweise der Impressionisten ebenso wie Caillebottes Aneignung moderner Urbanität. Der von Hause aus begüterte Maler war bei der Vollendung des Bildes 1877 erst 29 Jahre alt, aber spielte im französischen Impressionismus schon eine wichtige Rolle – als begabter Künstler und großzügiger Förderer seiner Mitstreiter. Beiden Aspekten seines Schaffens widmet sich die Schau ausführlich.

Alte Nationalgalerie, Bodestr. 1,

Di.–So.10–18, Do. 10–20 Uhr

Bonn

17. Mai bis 15. September:

Goethe – Verwandlung der Welt

Auf Basis neuerer Forschungen untersucht die große Goethe-Ausstellung seine Persönlichkeit, sein Werk und dessen Rezeption – in neun Kapiteln, die den Zeitraum von der Geburt des Dichters 1749 bis zu seinem Tod 1832 umspannen. Unter den 200 Leihgaben aus weltweiten Sammlungen befinden sich Werke renommierter Künstler wie Caspar David Friedrich, Auguste Rodin, William Turner, Piet Mondrian, Angelika Kauffmann und Ólafur Elíasson. Parallel lädt der Garten auf dem Dach der Bundeskunsthalle zur Erkundung von Goethes botanischen Interessen ein.

Bundeskunsthalle, Friedrich-Ebert-Allee 4,
Di./Mi. 10–21, Do.–So. 10–19 Uhr

Düsseldorf

18. Mai bis 1. September:

Ai Weiwei

Es soll seine bisher umfangreichste Ausstellung in Deutschland werden: Zwei Düsseldorfer Museen – das K20 und das K21 – präsentieren die raumfüllenden Installationen des chinesischen Künstlers Ai Weiwei, dessen Motto „Alles ist Kunst, alles ist Politik“ auch als Leitmotiv der Schau dient. Als lange verfolgter Dissident, der die chinesische Regierung öffentlich kritisiert, bestimmen Themen wie die Kontroverse von Individualität und Staat und die Flüchtlingskrise auch sein eindrucksvolles künstlerisches Schaffen.

K20, Grabbeplatz 5; K21,
Ständehausstr. 1;
Di.–Fr. 10–18, Sa./So. 11–18 Uhr

Goslar

Bis 23. Juni:

Losing Touch?

Je mehr soziale Netzwerke und Computerspiele im Internet zum Verlust von Realitätserfahrung, Körperlichkeit und menschlicher Nähe führen, umso mehr Bedeutung gewinnen Malerei, Skulptur und Zeichnung, indem sie die Erfahrung materieller, sinnlicher Lebenswelten ermöglichen. Diese These vertreten im Mönchehaus Museum 25 Studierende der angesehenen HBK Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, indem sie in ihren Arbeiten das Spannungsfeld zwischen traditionellen Bildmitteln und neuen Medien ausloten.

Mönchehaus Museum Goslar,
Mönchestr. 1, Di.–So. 11–17 Uhr

STUTTGART

Bis 11. August:

Die jungen Jahre der alten Meister

Auch künstlerisch waren die 1960er- Jahre mit ihren Umbrüchen und Utopien eine ungemein fruchtbare Zeit. Gerhard Richter, Georg Baselitz, Sigmar Polke und Anselm Kiefer revolutionierten nach dem Krieg die Malerei in Deutschland und legten mit ihrem Frühwerk die Grundlage für ihren späteren internationalen Erfolg. Die Ausstellung präsentiert zirka 100 wichtige Gemälde der vier Protagonisten aus dieser Zeit – darunter viele Leihgaben aus ihrem Privatbesitz. Vom 12. September an sind die Bilder dann in den Deichtorhallen Hamburg zu sehen.

Staatsgalerie, Konrad-Adenauer-Str. 30–32, Di.–So. 10–17, Do. 10–20 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Medizin im 16. bis 18. Jahrhundert

Zusammen mit Apothekern, handwerklich ausgebildeten Chirurgen, Badern, Barbieren und Laienheilern leisteten Ärzte in der Frühen Neuzeit die medizinische Versorgung. Es war eine dynamische Epoche, die das Wissen um Gesundheit und Krankheit revolutionierte. Die empirische Beobachtung gewann an Bedeutung, Hospitäler und Heilbäder entstanden und der Buchdruck erlaubte die Verbreitung von Erkenntnissen (Bild: Petrarca, Von der Artzney bayder Glück, 1532; die Illustrationen schuf ein namentlich nicht bekannter Künstler). Die fesselnde Ausstellung illustriert damalige Behandlungspraktiken und die verheerenden Folgen von Seuchen wie Lepra und Pest. Medizinhistorische Vorträge und Führungen vertiefen das Thema. Der 200-seitige Katalog kostet 27 Euro.

„Eine göttliche Kunst. Medizin und Krankheit in der Frühen Neuzeit“, Schloss Friedenstein, Spiegelsaal, Schlossplatz 1, Gotha, Di.–So. 10–17 Uhr (bis 23. Juni; außer: 9.–11. Mai + 25. Mai; 9. Juni ab 15 Uhr geschlossen).

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