ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2019Organspende: Alternative zur Widerspruchslösung vorgelegt

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Organspende: Alternative zur Widerspruchslösung vorgelegt

Richter-Kuhlmann, Eva

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Eine Gruppe von Bundestagsabgeordneten aus Union, SPD, FDP, Linken und Grünen hat am 6. Mai einen Gesetzentwurf für eine Reform der Organspende vorgelegt, der explizit auf eine bewusste und freiwillige Entscheidung der Menschen und deren ausdrückliche Zustimmung zur Organspende setzt. Der Entwurf eines „Gesetzes zur Stärkung der Entscheidungsfreiheit bei der Organspende“ von Parlamentariern um die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock versteht sich als Alternative zu Einführung einer doppelten Widerspruchslösung, wie sie der bereits vorliegende Gesetzentwurf von einer ebenfalls interfraktionellen Gruppe um Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorsieht. Der lösungsorientierte Ansatz ihres Entwurfs wolle Lücken schließen, betonte Baerbock. Es mangele nämlich nicht an der Bereitschaft zur Organspende, sondern an niedrigschwelligen Möglichkeiten, diese registrieren oder ändern zu lassen. Konkret sieht der Entwurf ein bundesweites Onlineregister für Erklärungen zur Organ- und Gewebespende vor, das für alle volljährigen Bürger sowie im Bedarfsfall für Kliniken einfach und sicher erreichbar sein soll. Hinweise auf die Registriermöglichkeit soll es beim Abholen von Ausweispapieren geben. Ergebnisoffene Beratung soll über Hausärzte, Infotelefone und Materialien gewährleistet werden. Noch vor der Sommerpause sollen die Gesetzentwürfe in den Bundestag eingebracht werden. Die Abstimmung ist für den Herbst geplant. ER

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