ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2000Epikrise: Weitere Unsitten

SPEKTRUM: Leserbriefe

Epikrise: Weitere Unsitten

Weber, Volker

Zu dem Beitrag "Ende gut - Epikrise gut" von Dr. med. Peter Semler in Heft 45/1999:
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Es ist schlechterdings ein Unding, offizielle Arztbriefe, die ja immerhin auch Dokumente sind, zu beginnen, indem man den Adressaten mit Vornamen anredet. Arztbriefe sind offizielle Schreiben und keine persönlichen Mitteilungen.
Ebenfalls ist es schlecht, wenn man schreibt, manchmal noch vorgedruckt, "Sehr geehrter Herr Kollege, lieber Thomas" - dies soll eine Vertrautheit kundtun, die in einem offiziellen Schreiben völlig fehl am Platze ist.
Wenn ein Chefarzt gar einem niedergelassenen Kollegen schreibt und ihn so anredet, wird man den Verdacht nicht los, dass das vertraute "Du" verstärkte Zuweisungen von Patienten anregen soll.
Noch kurioser ist es, wenn Assistenzärzte in Kurzarztbriefen niedergelassene Kollegen mit Vornamen anreden, weil sie zusammen irgendwann einmal Assistenzärzte waren. Auch dies ist eine Unsitte, die nicht geduldet werden sollte.
Dr. med. Volker Weber, Allgemein- und unfallchirurgische Abteilung, Albert-Schweitzer-Krankenhaus Uslar, Graftplatz 5, 37170 Uslar

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote