ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2000Patientenrechte: Patientenverfügung muss verbindlich sein

SPEKTRUM: Leserbriefe

Patientenrechte: Patientenverfügung muss verbindlich sein

Fritze, Jürgen

Zu dem "Seite eins"-Beitrag "Handreichungen für Ärzte" von Prof. Dr. med. Eggert Beleites und Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe in Heft 43/1999 und dem Beitrag "Offensive der Ärzteschaft" von Sabine Rieser in Heft 44/1999:
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LNSLNS Dass die Bundesärztekammer mit den "Handreichungen" einen Service erbringt, ist zu begrüßen (auch wenn man sich fragt, was der Titel "Handreichungen" signalisieren soll). Etwas unglücklich ist aber das Vorwort auf Seite eins, denn es drückt ein Erstaunen angesichts eines "neuen Arzt-Patient-Verhältnisses" aus, wo dieses "neue" Verhältnis - die informierte Selbstbestimmung - eine Selbstverständlichkeit ist. Entsprechend unsicher fällt die Darlegung der Zielsetzung aus, wonach "Patientenverfügungen als wesentliche Hilfe für Entscheidungen des Arztes aufgewertet" werden sollen. Patientenverfügungen sind keine Hilfe für den Arzt, sondern eine Maßgabe, an die er sich zu halten hat, sofern er dadurch kein Recht bricht. Da muss also die Ärzteschaft nicht aufgefordert werden, "Patientenverfügungen ernst zu nehmen", sondern vielmehr sind Patientenverfügungen zu respektieren und nicht nur zu berücksichtigen. Die Patientenverfügung muss also rechtsfest formuliert sein, wozu die "Handreichung" einen Beitrag leisten kann. Jedoch nur eine "steigende Verbindlichkeit solcher Verfügungen" anzustreben, kann nicht das Ziel sein, denn entweder ist die Verfügung verbindlich oder nicht. Nur wenn sie verbindlich ist, kann sie Arzt und Patient helfen.
Prof. Dr. med. Jürgen Fritze, Asternweg 65, 50259 Pulheim
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