ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2000Budgetierung: Politisch abstrakt

SPEKTRUM: Leserbriefe

Budgetierung: Politisch abstrakt

Dtsch Arztebl 2000; 97(1-2): A-9 / B-7 / C-7

Schellong, H.

Zu dem Interview mit Winfried Schorre, dem damaligen Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, "Die Budgets müssen weg, und zwar alle!" in Heft 41/1999:
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LNSLNS . . . Insgesamt sind die Antworten von Herrn Dr. Schorre politisch abstrakt gehalten und sagen zunächst nichts über das zu erwartende Schicksal des einzelnen Kassenarztes aus. Wenn Herr Dr. Schorre sagt, die Budgets müssen weg, und zwar alle, wird ihm wohl kein Kassenarzt widersprechen. Auch wenn als Feindbild die Politik und die Krankenkassen herhalten sollen, darf nicht verdrängt werden, dass das Missmanagement der ärztlichen Selbstverwaltung das Außerkontrollegeraten des Systems ermöglichte, an welchem viele Ärzte ihre ökonomischen Bedürfnisse befriedigen konnten, bis es kollabierte und der Staat eingreifen musste, da die Geldmittel erschöpft waren. So wurde aus dem Ärztestand ein Deckelstand. Während meiner zehnjährigen Niederlassung demonstrierte mir die ärztliche Selbstverwaltung jedes Quartal anhand der sinkenden Punktwerte die Unzulänglichkeit ihres Tuns.
Dr. Schorre: "Wir können und wollen natürlich nicht pausenlos die halbe Ärzteschaft prüfen." Es wäre aber die Aufgabe der ärztlichen Selbstverwaltung gewesen, durch Prüfungen auszuschließen, dass die Leistungsmenge aus ökonomischen Gründen von der Gesamtvergütung honoriert wurde; das hätte sich zweifelsfrei auf die Stabilität des Punktwertes und eine ausreichende Gesamtvergütung ausgewirkt . . .
Priv.-Doz. Dr. med. H. Schellong, Hafenstraße 68, 41460 Neuss
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