ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2000Dread Disease Policen: Neuer Schutz für Freiberufler

VARIA: Wirtschaft - Berichte

Dread Disease Policen: Neuer Schutz für Freiberufler

Dtsch Arztebl 2000; 97(1-2): A-55 / B-41 / C-41

Barde, Klaus

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LNSLNS Zunehmend interessanter gestalten sich die Bedingungswerke der Anbieter von Dread Disease Policen im deutschen Markt. Insbesondere Freiberuflern bietet diese Lebensversicherung, die generell bereits bei Eintritt schwerer Erkrankungen leistet, eine wertvolle Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung.
Die aktuelle Studie (siehe Tabelle) der Rating-Agentur Franke & Bornberg dokumentiert, dass das Leistungsgefälle im Dread Disease Markt zwar weiterhin erheblich ist, das Produkt aber insgesamt an Attraktivität gewinnt. Ursprünglich wurde dieses in den angelsächsischen Ländern bereits seit längerem populäre Vorsorge-Angebot in Südafrika konzipiert. Der Grund liegt auf der Hand: Dort gibt es historisch belegt eine hohe Rate an Herzerkrankungen, jedoch keine mit Deutschland vergleichbare Sozialversicherung, welche die oft erheblichen Spezial-Behandlungskosten übernimmt. Damit ist schon der erste Grund für den Abschluss einer Dread Disease Versicherung erkennbar: die Möglichkeit, kostenintensive Operationen und Heilbehandlungen zu finanzieren.
Aus kalkulatorischen Gründen beschränken die Dread Disease Anbieter die zu versichernden Erkrankungen. Auch die Definition wird so getroffen, dass möglichst kein Missbrauch des Produktes seitens des Kunden möglich ist. Diese kalkulatorischen Notwendigkeiten führten dazu, dass es durchaus Leiden gibt, die nur teilweise gedeckt sind. Sowohl in der Beschreibung der Krankheiten als auch in den Ausschlüssen unterscheiden sich die Angebote erheblich voneinander. Die medizinische Risikoprüfung erfolgt verständlicherweise bei Abschluss einer Dread Disease Police detaillierter als bei anderen Lebensversicherungen. Weitergehender als gewohnt sind auch die Antragsfragen. Einige der häufigsten Zivilisationserkrankungen können aktuell noch nicht über eine derartige Police abgedeckt werde. So zum Beispiel Erkrankungen von Gelenken, der Wirbelsäule und der Psyche.
Wertvoller Vorsorge-Baustein
Mit dem Abschluss einer Dread Disease Police erhält der Versicherungsnehmer im Leistungsfall eine dem Beitrag entsprechend hohe Kapitalzahlung. Damit verfügt insbesondere der Freiberufler über die Möglichkeit, Verluste im beruflichen Umfeld zu überbrücken oder durch personelle Maßnahmen zu kompensieren und zum Beispiel Finanzierungen vorzeitig zu tilgen. Das sind Größenordnungen, die aus einer eventuell ebenfalls fließenden Berufsunfähigkeitsrente nicht geleistet werden können. Diese befriedigt zumeist nur die Deckung des Lebensunterhalts. Heute sind es in der Spitze bis über 20 schwere Erkrankungen, bei denen Versicherungsschutz besteht. Hinzu kommt, je nach Gesellschaft, neben der Leistung im Todesfall auch die Leistung bei dauerhafter Pflegebedürftigkeit sowie auch bei dauerhafter Erwerbsunfähigkeit. Der Marktführer offeriert zudem bei bestimmten Krankheiten die kostenlose Mitversicherung von Kindern. Angesichts der aktuellen Beschlusslage zur Besteuerung von Lebensversicherungen ist sicher die Risiko-Lebensversicherung mit integriertem Dread Disease Schutz das richtige und zudem kostengünstigste Produkt. Als Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung verstanden, schafft sich der Freiberufler mit der Dread Disease Police einen zusätzlichen, wertvollen Vorsorgebaustein. Klaus Barde

Tabelle Versicherte Erkrankungen beziehungsweise versicherte schwere Erkrankungen, mit Anspruch auf Auszahlung der Versicherungssumme - Übersicht
Conti- DBV- Futura Generali Gerling Gerling- LV 1871 Sali Swiss
nentale Winterthur E & L Konzern Life
AIDS durch Bluttransfusion - - - - - - - - ja
Alzheimer-Demenz - - - - - - - - ja
Angioplastie - - - - - - - - ja
Blindheit ja - - - ja - ja* ja ja
Bypass-Operation ja ja ja ja ja ja ja ja ja
Erwerbsunfähigkeit ja - - - ja ja - ja ja
Gutartiger Hirntumor - - - - - - - ja ja
Herzinfarkt ja ja ja ja ja ja ja ja ja
Herzklappen-Operation - - - - ja - ja* ja ja
HIV infolge Berufsausübung - - - - ja - - - ja
Koma - - - - - - - ja ja
Krebs ja ja ja ja ja ja ja ja ja
Lähmung von Extremitäten - - ja - ja - ja* ja ja
Multiple Sklerose ja ja ja ja ja ja ja ja ja
Nierenversagen ja ja ja ja ja ja ja ja ja
Operation an der Aorta - - - - - - - ja ja
Parkinsonsche Krankheit - - - - - - - ja ja
Pflegebedürftigkeit ja - - - ja - - ja ja
Querschnittslähmung ja - ja - ja - ja* ja ja
Schlaganfall ja ja ja ja ja ja ja ja ja
Schwere Verbrennungen ja - - - ja - - ja ja
Sprachverlust - - - - - - - - ja
Taubheit - - - - ja - - ja ja
Transplantation von Organen ja - ja - ja - ja* ja ja
Funktionsverlust Gliedmaßen ja - - - - - - ja Verlust von Gliedmaßen ja - - - ja - - ja ja
Anzahl der Erkrankungen 14 6 9 6 17 7 11 21 25
* auf Antrag gegen Mehrbeitrag zusätzlich versicherbar, "-" bedeutet, dass die Gesellschaft diese Krankheit nicht versichert. (Lähmung und Querschnittslähmung sowie Verlust von Gliedmaßen und Verlust der Funktion von Gliedmaßen würde getrennt aufgeführt und gezählt.) Quelle: BU-Atlas 1999

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