ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2019Begleiterhebung: Medizinalcannabis vor allem für Schmerzpatienten

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Begleiterhebung: Medizinalcannabis vor allem für Schmerzpatienten

Dtsch Arztebl 2019; 116(20): A-983 / B-815 / C-803

Gießelmann, Kathrin

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Dronabinol wurde von Ärzten am häufigsten verordnet, zeigt die Begleiterhebung. Foto: dpa
Dronabinol wurde von Ärzten am häufigsten verordnet, zeigt die Begleiterhebung. Foto: dpa

Chronische Schmerzen waren der häufigste Grund für die Verordnung von medizinischem Cannabis. Von 4 774 Patienten, die seit März 2017 medizinisches Cannabis bekommen haben, betraf dies 3 138 Betroffene (69 Prozent). Das zeigt eine erste Auswertung der Begleiterhebung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), die beim Deutschen Anästhesistenkongress in Leipzig vorgestellt wurde. Mit einer Spastik begründeten etwa elf Prozent der Ärzte die Verschreibung, eine Anorexie/Wasting war in acht Prozent der Fälle der Grund. Übelkeit und Erbrechen sowie Depressionen oder eine Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) erreichten einen Verordnungsanteil von weniger als fünf Prozent. Insgesamt zeigen die bisherigen Erkenntnisse dem BfArM zufolge weitgehend erwartbare Resultate. Klare Unterschiede wurden beim Alter erkennbar. Von den 3 138 Schmerzpatienten war etwa ein Viertel im Alter zwischen 50 und 59, gute 15 Prozent waren 40 bis 49 Jahre alt oder aber 60 bis 79 Jahre alt. Mit Abstand am häufigsten entschieden sich Ärzte bei der Verordnung für das Cannabisarzneimittel Dronabinol (2 017 von 3 138). Cannabisblüten verschrieben Ärzte 656 Schmerzpatienten, das Cannabis-Mundspray Sativex wurde bis zum 11. März 2019 fast 400 Schmerzpatienten verordnet. Weitere Daten würden voraussichtlich im Juli 2019 im Bundesgesundheitsblatt veröffentlicht, teilte das Bundesinstitut mit. Die Begleiterhebung wird noch bis zum Jahr 2022 fortgeführt. gie

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