ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2019Codierberatung: Weiterhin verbotene Einflussnahme auf Ärzte

AKTUELL

Codierberatung: Weiterhin verbotene Einflussnahme auf Ärzte

Dtsch Arztebl 2019; 116(20): A-982 / B-814 / C-802

Maybaum, Thorsten

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Codierberatungen sind unzulässig, aber für Krankenkassen reizvoll, weil sie so über den Risiko­struk­tur­aus­gleich mehr Geld erhalten können. Foto: picture alliance
Codierberatungen sind unzulässig, aber für Krankenkassen reizvoll, weil sie so über den Risiko­struk­tur­aus­gleich mehr Geld erhalten können. Foto: picture alliance

Eigentlich hatte der Gesetzgeber die Codierberatung niedergelassener Ärzte verboten. Doch offenbar halten sich nicht alle Kassen daran, wie eine Stichprobe zeigt, die das Wissenschaftliche Institut für Gesundheitsökonomie und Gesundheitssystemforschung erhoben hat. Auftraggeber war die Techniker Krankenkasse. Es lasse sich feststellen, dass „auch mehr als zwei Jahre nach einer deutlichen Verschärfung des Rechtsrahmens und einer Intensivierung der Aufsichtstätigkeit (...) die bekannten Instrumente zur Codierberatung durch Krankenkassen weit verbreitet“ seien, schreiben die Autoren. In der Stichprobe gaben demnach 19,4 Prozent der befragten Ärzte an, seit Januar 2018 wegen einer Codierberatung kontaktiert worden zu sein. In der Erstbefragung des Instituts aus dem Jahr 2017 hatten 82 Prozent der Befragten erklärt, seit Einführung des morbiditätsorientierten Risiko­struk­tur­aus­gleichs, der die Verteilung der Gelder aus dem Gesundheitsfonds an die Kassen regelt, eine Codierberatung erhalten zu haben. Zugenommen hat offenbar der Ratschlag durch informationstechnische Systeme und Praxissoftware. Hatten im April 2017 noch 17 Prozent der Befragten Vorschläge zur Diagnosecodierung erhalten, waren es in der aktuellen Stichprobe 36,7 Prozent. „Offenbar nimmt die relative Bedeutung der Codierberatung mittels informationstechnischer Systeme und Praxissoftware zu“, schreiben die Autoren. Für die Stichprobe hat das Institut bundesweit 618 Arztpraxen (492 Allgemeinmediziner und 126 Fachärzte für Innere Medizin ohne Schwerpunkt) befragt. Die Ärzte wurden über eine regional quotierte Zufallsauswahl ausgesucht. may

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema