ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2019Statine: Grenzen und Einschränkungen
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Eine Metaanalyse ist so gut wie die einzelnen Studien, die ihr zugrunde liegen. Die „Prospective Study of Pravastatin in the Elderly at Risk“ (PROSPER) beispielsweise begann mit einem halboffenen Placebovorlauf und randomisierte danach die Patienten in ausbalancierte Viererblöcke pro Studienzentrum. Da ein Großteil der Studienteilnehmer bei ihrem Hausarzt rekrutiert und betreut wurde, entspricht PROSPER eher einer offenen Studie. Das könnte die Vorteile von Pravastatin bei den subjektiv zu bemessenen Ereignissen erklären. Die Gesamtmortalität war in beiden Therapiearmen übrigens gleich. Ähnliche Bedingungen gibt es bei der Heart Protection Study (HPS). Diese begann mit einem mehrwöchigen halboffenen Placebovorlauf und nachfolgendem Statinvorlauf. Dadurch wurde die Studienmedikation für betreuenden Studienarzt und Probanden möglicherweise erkennbar. Bei vielen Statinstudien ist die kardiovaskuläre Begleitmedikation unzureichend. Neben der HPS trifft dies für die Scandinavian Simvastatin Survival Study (4S) zu. Hier lag der Anteil der Patienten mit etablierter Koronarsklerose, die mit ASS therapiert wurden, bei nur 37 %. Daher stellt sich die Frage, ob die dargestellten Simvastatinwirkungen vorgezogenen ASS-Effekten entsprechen.

Es wäre wünschenswert, wenn die Autoren von Studien und Metaanalysen den Diskussionsteil ihrer Publikation nutzen, um Begrenzungen und Einschränkungen ihrer Aussagen zu erörtern.

Dr. med. Philipp Conradi, 01219 Dresden
Literatur beim Verfasser

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