ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2019Nässende Rötung am Penis

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Nässende Rötung am Penis

Weeping erythematous lesion of the penis

Dtsch Arztebl Int 2019; 116(21): 372; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0372a

Streit, Enrico; Alt, Christina

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Scharf begrenzte, erythematöse Plaque am Präputium mit erosiven und verrukösen Anteilen
Scharf begrenzte, erythematöse Plaque am Präputium mit erosiven und verrukösen Anteilen
Abbildung
Scharf begrenzte, erythematöse Plaque am Präputium mit erosiven und verrukösen Anteilen

Ein 75-jähriger Patient stellte sich mit einer seit sechs Monaten bestehenden, größenprogredienten Hautveränderung am Penis vor. Die extern eingeleitete Lokaltherapie mit Methylprednisolonaceponat 0,1 % Creme blieb erfolglos. Am Präputium zeigt sich eine scharf begrenzte, erythematöse, erosive und partiell verruköse Hautveränderung (Abbildung). Anhand des klinischen Bildes stellten wir die Verdachtsdiagnose einer penilen intraepthelialen Neoplasie (PIN). Die durchgeführte Probeexzision bestätigte unseren Verdacht: PIN, Grad III. Die DNA-Hybridisierung ergab den Befund: Humane Papillomviren (HPV) Typ 16 („high risk“). Die PIN, Grad III, ist ein Carcinoma in situ und häufig mit einer HPV-Infektion (vor allem HPV 16) assoziiert. Überwiegend sind ältere Männer (> 50. Lebensjahr) betroffen. Prädisponierend sind neben einem Lichen ruber und Lichen sclerosus auch eine bestehende HIV-Infektion. Der Übergang in ein Peniskarzinom ist möglich. Zur Komplettexzision des Tumors empfiehlt sich eine Zirkumzision. Diese kann auch direkt erfolgen. Nachsorgeuntersuchungen zur Vermeidung von Zweiterkrankungen oder Lokalrezidiven sollten regelmäßig durchgeführt werden. Zur Prävention ist eine HPV-Vakzinierung vor der Adoleszenz möglich.

Dr. med. Enrico Streit, Dr. med. Christina Alt, Universitäts-Hautklinik Heidelberg,
Enrico.Streit@med.uni-heidelberg.de

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Streit E, Alt C: Weeping erythematous lesion of the penis. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 372. DOI: 10.3238/arztebl.2019.0372a

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

Scharf begrenzte, erythematöse Plaque am Präputium mit erosiven und verrukösen Anteilen
Scharf begrenzte, erythematöse Plaque am Präputium mit erosiven und verrukösen Anteilen
Abbildung
Scharf begrenzte, erythematöse Plaque am Präputium mit erosiven und verrukösen Anteilen

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