ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2019Wie Comics helfen, Patienten besser aufzuklären

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Wie Comics helfen, Patienten besser aufzuklären

Dtsch Arztebl 2019; 116(21): [4]

Glöser, Sabine

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Foto: Brand, Gao, Hamann, Martineck, StanglCharité
Foto: Brand, Gao, Hamann, Martineck, StanglCharité

Im Vergleich zum üblichen Arzt-Patienten-Gespräch erhöht ein Comic das Verständnis von Patienten, die vor einem medizinischen Eingriff stehen. Zugleich reduziert es deren Angstgefühl. Das jedenfalls haben Forschende der Charité – Universitätsmedizin Berlin unlängst in einer Studie am Beispiel der Herzkatheteruntersuchung herausgefunden.

Das Team um die beiden Kardiologinnen Prof. Dr. med. Verena Stangl und Dr. med. Anna Brand von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie und Angiologie am Campus Charité Mitte entwickelte eine 15-seitige Bildergeschichte. Diese veranschaulichte die Herzkatheteruntersuchung, inklusive der sich gegebenenfalls anschließenden Implantation eines Stents. Vor der Untersuchung informierten die Wissenschaftlerinnen 121 Patienten entweder wie bisher üblich in einem Gespräch anhand des offiziellen Aufklärungsbogens oder sie stellten ihnen anschließend zusätzlich das Comic zur Verfügung. Über Fragebögen vor und nach dem Gespräch werteten sie aus, wie gut die Patienten den Eingriff verstanden hatten, wie stark ihr Angstgefühl war und ob sie mit der Aufklärung zufrieden waren.

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Das Ergebnis: Patientinnen und Patienten, die zusätzlich das Comic erhalten hatten, beantworteten im Schnitt 12 von 13 Fragen zu Vorgehensweise, Risiken und Verhaltensregeln nach dem Eingriff richtig. Nach der klassischen Aufklärung waren es nur 9 von 13 Fragen. Darüber hinaus gaben die Befragten nach der Comic-Lektüre an, weniger besorgt zu sein als vor dem Aufklärungsgespräch. 72 Prozent fühlten sich gut auf die Herzkatheteruntersuchung vorbereitet. Nach der Standardaufklärung waren es dagegen nur 41 Prozent.

„Ein Comic ermöglicht, komplexe Inhalte sowohl textlich als auch visuell zu erfassen und dies verbessert erwiesenermaßen das Verstehen bei den verschiedenen Lerntypen“, sagte Brand. Im Gegensatz zu einem Video lasse ein Comic dem Lesenden so viel Zeit zum Erfassen der Inhalte wie nötig. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Annals of Internal Medicine veröffentlicht (doi: 10.7326/M18–2976). sg

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