ArchivDeutsches ÄrzteblattArztgesundheit/2019Prävalenz: Depressionen und Burn-out in den ersten Berufsjahren am häufigsten

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Prävalenz: Depressionen und Burn-out in den ersten Berufsjahren am häufigsten

Dtsch Arztebl 2019; 116 (Arztgesundheit): [27]

Meyer, Rüdiger

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Foto: GVS/stock.adobe.com
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Die ersten Berufsjahre sind für angehende Ärzte die schwierigsten. Eine neue Umgebung, die Unsicherheit, ob das an der Universität erworbene Wissen zum Nutzen der Patienten umgesetzt werden kann, aber auch die langen Arbeits- und Dienstzeiten können die Nachwuchsmediziner körperlich und vor allem psychisch ermüden.

In den 31 Querschnittsstudien, deren Ergebnisse Douglas Mata vom Brigham and Women’s Hospital in Boston in einer Meta-Analyse im amerikanischen Ärzteblatt (1) zusammengefasst hat, gaben 28,8 Prozent der Assistenzärzte depressive Symptome an. Die Zahlen in den Studien schwankten erheblich, weil unterschiedliche Diagnoseinstrumente verwendet wurden. In einer Studie der LMU München wurde mit der Spielberger State-Trait Depression Scale eine Prävalenz von 13,3 Prozent ermittelt. Eine Studie des Universitätsspitals Zürich stufte mit der Hospital Anxiety and Depression Scale 15,1 Prozent der Assistenzärzte als depressiv ein. Ein Burn-out-Syndrom war häufiger. Etwa die Hälfte der Ärzte ist betroffen. In einer Studie aus Saudi-Arabien waren es sogar zwei Drittel.

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Der Übergang vom Studium ins erste Ausbildungsjahr war für die angehenden Ärzte am schwierigsten. Der Anteil der Ärzte, die depressive Symptome entwickelten, erhöhte sich im Durchschnitt um 15,8 Prozentpunkte gegenüber der Studienzeit. Die Prävalenz nahm mit den Kalenderjahren zu: Jungen Assistenzärzten fällt es heute offenbar schwerer als vor 20 oder 30 Jahren, dem Stress der ersten Berufsjahre standzuhalten – was mit der zunehmenden Komplexität der medizinischen Tätigkeit zu tun haben mag, die die Anforderungen an die Jungmediziner erhöht. Unterschiede zwischen operativen und nicht-operativen Fächern konnte Mata nicht ermitteln. Es fehlen auch weitgehend Vergleiche mit anderen Berufen, in denen es Novizen nicht immer leicht haben und sich in den ersten Jahren durchbeißen müssen. Rüdiger Meyer

  1. Mata DA, Ramos MA, Bansal N, et al.: Prevalence of depression and depressive symptoms among resident physicians. A systematic review and meta-analysis. JAMA. 2015; 314 (22): 2373–83.

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