ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2019Ingo Flenker: Unermüdliches Engagement

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Ingo Flenker: Unermüdliches Engagement

Dtsch Arztebl 2019; 116(22): A-1132 / B-932 / C-920

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Ingo Flenker engagierte sich über vier Jahrzehnte hinweg haupt- und ehrenamtlich in der Berufs- und Gesundheitspolitik und stieß dabei zahlreiche Verbesserungen des Systems an: in der Krebsbehandlung und der Versorgung Drogensüchtiger ebenso wie im ärztlichen Berufsrecht, der stationären Versorgung und der Digitalisierung.

Ingo Flenker engagierte sich über vier Jahrzehnte hinweg haupt- und ehrenamtlich in der Berufs- und Gesundheitspolitik und stieß dabei zahlreiche Verbesserungen des Systems an: in der Krebsbehandlung und der Versorgung Drogensüchtiger ebenso wie im ärztlichen Berufsrecht, der stationären Versorgung und der Digitalisierung. Foto: Ärzteversorgung Westfalen-Lippe
Ingo Flenker engagierte sich über vier Jahrzehnte hinweg haupt- und ehrenamtlich in der Berufs- und Gesundheitspolitik und stieß dabei zahlreiche Verbesserungen des Systems an: in der Krebsbehandlung und der Versorgung Drogensüchtiger ebenso wie im ärztlichen Berufsrecht, der stationären Versorgung und der Digitalisierung. Foto: Ärzteversorgung Westfalen-Lippe

Die deutschen Ärztinnen und Ärzte ehren in Ingo Flenker einen Mediziner, der sich neben seiner Tätigkeit als leitender Arzt der Inneren Abteilung des Katholischen Krankenhauses Dortmund-West und Ärztlicher Direktor der Katholischen St.-Lukas-Gesellschaft über vier Jahrzehnte hinweg haupt- und ehrenamtlich in der Berufs- und Gesundheitspolitik engagiert hat. Im ständigen Bemühen um die Verbesserung der Versorgungsstrukturen im Gesundheitswesen wirkte er in zahlreichen Gremien auf Landes- und Bundesebene mit, hat das erste von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Darmzentrum in Deutschland mit ins Leben gerufen, Standards für die adäquate Behandlung von Suchtkranken gesetzt und wegweisende Projekte zur medizinischen Versorgung von wohnungslosen Menschen unterstützt. Mit seinem jahrzehntelangen Einsatz hat sich Flenker um die medizinische Versorgung, die ärztliche Selbstverwaltung, den Berufsstand der deutschen Ärzteschaft und das Gemeinwohl in der Bundesrepublik Deutschland in ganz besonderer Weise verdient gemacht.

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Ingo Flenker wurde am 3. Juli 1946 in Wuppertal geboren. Beruflich dem Vorbild seines Vaters folgend, der Internist und Chefarzt war, immatrikulierte er sich 1967 in Gießen für das Fach Medizin und studierte weiter in München und Bonn, wo er 1975 promovierte. Von 1982 bis 2012 war er als leitender Arzt der Medizinischen Klinik des Katholischen Krankenhauses Dortmund-West tätig. Nicht nur als Internist und Gastroenterologe, sondern auch gesundheitsökonomisch bestens qualifiziert, übernahm er 2003 auch das Ärztliche Direktorat der Katholischen St.-Lukas-Gesellschaft. Ab 1996 unterrichtete er zudem als Dozent und von 2002 bis 2016 als Honorarprofessor zum Thema Organisationsstruktur des Gesundheitswesens an der Medizinischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und vermittelte sein umfassendes Wissen an den ärztlichen Nachwuchs.

Schon in jungen Jahren engagierte sich Flenker politisch und sozial, aus der Erkenntnis heraus, dass man nur durch Handeln Entwicklungen beeinflussen und Veränderungen erreichen kann. Seit 1973 ist er Mitglied im Marburger Bund, von 1987 bis 2015 war er der Zweite Vorsitzende des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz. Insbesondere die Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Krankenhaus stand dabei immer auf seiner Agenda. Zwischen 1993 und 2005 bekleidete er das Amt des Präsidenten der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Über Jahrzehnte hinweg engagierte sich Flenker thematisch vielseitig in zahlreichen Gremien der Lan­des­ärz­te­kam­mer wie der Bundes­ärzte­kammer (BÄK). Er war langjähriges Vorstandsmitglied der Krebsgesellschaft NRW e.V. und brachte die Einrichtung des Epidemiologischen Krebsregisters NRW mit auf den Weg. Er widmete sich, unter anderem als Vorsitzender des Ausschusses „Sucht und Drogen“ der BÄK, der Erarbeitung und Fortentwicklung von Therapiekonzepten für Alkohol- und Drogenabhängige. Mit seinem Eintreten für eine adäquate medizinische Versorgung und die Anerkennung der Drogensucht als Krankheit hat er Maßstäbe bei der Suchtbehandlung gesetzt. Auch um die besonderen Probleme und Belange der medizinischen Versorgung wohnungsloser Menschen im Kammerbereich kümmerte sich Flenker. Als Vorsitzender der BÄK-Berufsordnungsgremien hat Flenker zwischen 1994 und 2005 die Fortentwicklung und Modernisierung des ärztlichen Berufsrechts mit vorangetrieben, insbesondere mit Blick auf kooperative Formen der Berufsausübung. Des Weiteren beschäftigten ihn Fragen der Digitalisierung in der Medizin mit dem Ziel einer umfassenden Vernetzung des Gesundheitswesens, für das er sich zwischen 1999 und 2006 als Mitglied, stellvertretender Vorsitzender und Vorsitzender im Telematik-Ausschuss sowie als Telematikbeauftragter der BÄK intensiv einsetzte. Für seine berufs- und gesundheitspolitische Arbeit wurde Ingo Flenker 1996, gerade einmal 50 Jahre alt, mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

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