ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2019AMNOG-Report: Neue Arzneimittel werden immer teurer

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AMNOG-Report: Neue Arzneimittel werden immer teurer

Dtsch Arztebl 2019; 116(22): A-1088 / B-896 / C-884

Osterloh, Falk

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Viele neue Medikamente sind im Hochpreissegment angesiedelt. Foto: picture alliance
Viele neue Medikamente sind im Hochpreissegment angesiedelt. Foto: picture alliance

Jedes vierte neu auf den Markt gekommene Arzneimittel kostete im vergangenen Jahr mehr als 100 000 Euro pro Jahr und Patient. Damit hat sich der Anteil der hochpreisigen Medikamente in den vergangenen vier Jahren verdoppelt. Das geht aus dem neuen AMNOG-Report hervor. In der Folge sind auch die Ausgaben der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) für Arzneimittel angestiegen: 2017 lagen sie bei 41,5 Milliarden Euro. Das sind 3,5 Prozent mehr als noch im Jahr davor. „Viele neue Medikamente knacken die 100 000-Euro-Marke. Deshalb brauchen wir neue Vertragsmodelle mit den Herstellern“, meinte der Vorstandsvorsitzende der DAK, Andreas Storm. Wichtig sei es, nicht nur streng nach den Überlebenschancen zu urteilen. Auch die Lebensqualität nach der Arzneigabe müsse stärker berücksichtigt werden. Dem AMNOG-Report zufolge ist die Entwicklung der Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität im Allgemeinen positiv: Während diese zur Einführung des AMNOG-Prozesses in vielen Dossiers der Pharmaunternehmen noch fehlten, beinhalteten im Jahr 2018 mehr als drei Viertel solche Erhebungen. „Nur durch Daten zur Lebensqualität kann ein vollständiges Bild des Nutzens und des Schadens von neuen Arzneimitteln dargestellt werden“, erklärte Prof. Dr. rer. pol. Wolfgang Greiner, Autor des Reports von der Universität Bielefeld. „Die Lebensqualität selbst wird immer öfter zum bedeutenden Therapieziel, nicht mehr nur das Überleben des Patienten an sich.“ Das sei eine begrüßenswerte Entwicklung. Dennoch lasse die Datenqualität oft noch zu wünschen übrig. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) kritisierte den Report. Die finanzielle Lage der Krankenkassen sei gut, die Arzneimittelausgaben würden nur moderat steigen, hieß es. fos

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