ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2019Armin Rost: Im Dienst der Notleidenden

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Armin Rost: Im Dienst der Notleidenden

Dtsch Arztebl 2019; 116(22): A-1130 / B-930 / C-918

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Armin Rost hat die Ehrfurcht vor dem Leben zur Richtschnur seines medizinischen Handels gemacht. So hat er neben seiner Arbeit als Chefarzt einer urologischen Klinik auch bedürftige Menschen in den Armutsvierteln dieser Welt behandelt – und durch die Ausbildung von Ärzten und Pflegenden vor Ort Hilfe zur Selbsthilfe geleistet.

Armin Rost hat die Ehrfurcht vor dem Leben zur Richtschnur seines medizinischen Handels gemacht. So hat er neben seiner Arbeit als Chefarzt einer urologischen Klinik auch bedürftige Menschen in den Armutsvierteln dieser Welt behandelt – und durch die Ausbildung von Ärzten und Pflegenden vor Ort Hilfe zur Selbsthilfe geleistet. Foto: Bonifatius Hospital Lingen gGmbH
Armin Rost hat die Ehrfurcht vor dem Leben zur Richtschnur seines medizinischen Handels gemacht. So hat er neben seiner Arbeit als Chefarzt einer urologischen Klinik auch bedürftige Menschen in den Armutsvierteln dieser Welt behandelt – und durch die Ausbildung von Ärzten und Pflegenden vor Ort Hilfe zur Selbsthilfe geleistet. Foto: Bonifatius Hospital Lingen gGmbH

Die deutschen Ärztinnen und Ärzte ehren in Armin Rost einen Mediziner, der sich als Urologe neben seiner fast dreißig Jahre währenden Tätigkeit als Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie des St.-Bonifatius-Hospitals Lingen über drei Jahrzehnte in den Dienst der Notleidenden und Armen gestellt hat. Für das Komitee Ärzte für die Dritte Welt, die heutigen German Doctors, die German Rotary Volunteer Doctors und die Ärzte für Afrika war er auf zwanzig Einsätzen in Ghana, Kenia und mehreren Ländern in Asien und Lateinamerika, wo er während mehrwöchiger Aufenthalte in Krankenhäusern und Elendsvierteln unzählige Menschen medizinisch versorgte. Durch Fundraising warb er Medikamente und Medizinprodukte zur Ausstattung von Ambulanzen und Kliniken an den Einsatzorten ein. Er leistete Hilfe zur Selbsthilfe, indem er mit seiner Lehrtätigkeit an der Aus- und Weiterbildung von Krankenschwestern sowie Ärztinnen und Ärzten vor Ort mitwirkte. Sein herausragendes Engagement und sein großer humanitärer Einsatz zeugen von Rosts vorbildlicher Haltung als Arzt, womit er sich um das Gesundheitswesen, das Ansehen seines Berufsstandes und das Gemeinwohl in der Bundesrepublik Deutschland in hervorragender Weise verdient gemacht hat.

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Armin Rost wurde am 13. März 1943 in Stuttgart geboren. Ab 1962 studierte er Medizin in Frankfurt/Main, Tübingen, Wien, Hamburg und Heidelberg, wo er 1969 sein Staatsexamen ablegte und zum Dr. med. promovierte. 1975 erhielt Rost die Facharztanerkennung als Urologe, 1978 folgte die Habilitierung. Für mehrere Jahre übernahm er das Amt des Schriftführers der Berliner Urologischen Gesellschaft, von 1979 bis 1981 war er auch deren Präsident. Schließlich zog Rost 1982 von Berlin nach Lingen an der Ems, wo er bis zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand 2008 Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie des St.-Bonifatius-Hospitals und zwischen 1999 und 2002 auch deren stellvertretender ärztlicher Direktor war. Dabei stand für ihn neben der fachlichen Kompetenz und einer bestmöglichen technischen Ausstattung immer auch das ärztliche Ethos an oberster Stelle. Er sorgte dafür, dass trotz Gesundheitsreformen und überbordender Bürokratie die Zuwendung zu den Kranken sowie eine kollegiale und vertrauensvolle Atmosphäre in seinem Haus bewahrt blieben.

Und doch war mit seiner klinischen Tätigkeit für Armin Rost noch nicht alles erfüllt, was er schon seit seiner Jugend mit seiner ärztlichen Berufung verbunden hat: die Idee, in Entwicklungsländern Aufbauarbeit zu leisten und Menschen in Armut zu helfen. Sein Vorbild war Albert Schweitzer. Die Ehrfurcht vor dem Leben hat er von ihm als Richtschnur für sein eigenes Handeln übernommen. Ebenso lehrte ihn seine Erfahrung, dass nur Hilfe zur Selbsthilfe, die auf Bildung und Ausbildung gründet, aus der Armut und zu nachhaltig positiven Entwicklungen führen kann.

Rost war zwischen 1988 und 2008 siebenmal auf sechswöchigen Einsätzen für das Komitee Ärzte für die Dritte Welt unterwegs. Dabei half er bedürftigen Menschen auf den Philippinen, in Bangladesch, in Kolumbien, Indien und in Kenia. In den Slums von Großstädten behandelte er unterernährte Kinder ebenso wie Tuberkulose- und Aidspatienten. Im Auftrag der German Rotary Volunteer Doctors schulte er Urologen in Nepal. Für Ärzte für Afrika schulte er Ärzte und OP-Schwestern in Ghana und unterrichtete an den angeschlossenen Krankenpflegeschulen. Zudem wirkte er am Aufbau einer urologischen Abteilung und deren Ausstattung mit technischen Geräten mit. Als aktiver Rotarier hat sich Rost immer auch am Fundraising beteiligt. Somit ist er seinem Traum vom Leben eines Arztes mit Blick auf seine Karriere als erfolgreicher Klinikchef und Mediziner, mit einer so beeindruckenden Bilanz im Bereich der humanitären Hilfe sicherlich ganz nahe gekommen.

Für sein großes Engagement und seinen besonderen humanitären Einsatz wurde Armin Rost 2009 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

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