ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2019GOÄ-Ratgeber: Beratungen im Rahmen der Prävention

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GOÄ-Ratgeber: Beratungen im Rahmen der Prävention

Dtsch Arztebl 2019; 116(22): A-1126 / B-926 / C-914

Ulmer, Martin

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Im Rahmen der Prävention und Vorsorge zur Vorbeugung bzw. rechtzeitigen Erkennung von Erkrankungen hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) für den Bereich der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung verschiedene Vorsorgeuntersuchungen definiert und hierzu entsprechende Richtlinien erlassen. Die Kosten für Vorsorgeuntersuchungen nach den Richtlinien des G-BA werden dabei regelmäßig auch von privaten Kran­ken­ver­siche­rungen und Beihilfestellen erstattet. In den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) für die Abrechnung von Leistungen bei gesetzlich versicherten Patienten wurden hierzu verschiedene Positionen für spezielle Beratungsleistungen aufgenommen. So gibt es beispielsweise die Nummer 01735 für die Beratung nach der sog. „Chroniker-Richtlinie“ zu Früherkennungsuntersuchungen für nach dem 1. April geborene Frauen, die Nummer 01737 für die Ausgabe und Weiterleitung eines Stuhlprobenentnahmesystems zur Krebsfrüherkennung, inklusive Beratung, die Nummer 01740 für die Beratung zur Früherkennung des kolorektalen Karzinoms gemäß der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme, oder die Nummer 01747 für die Beratung gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses über das Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysma.

Innerhalb der Abrechnungssystematik des EBM mit vielen pauschalierten Leistungskomplexen wurden diese zusätzlichen Leistungsnummern zur Förderung der Prävention geschaffen, da allgemeine Beratungsleistungen ansonsten zumeist in der einmal pro Quartal anzusetzenden Versichertenpauschale enthalten sind. Für die Abrechnung dieser Leistungen bei Privatpatienten nach der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) sind jedoch keine speziellen (analogen) Abrechnungspositionen erforderlich, da nach dem Einzelleistungsprinzip der GOÄ die erforderlichen Gesprächsleistungen über die Gebührenpositionen für die allgemeinen Beratungsleistungen, beispielsweise nach den GOÄ-Nrn. 1 und 3, gegebenenfalls auch mehrfach im Behandlungsfall berechnet werden können.

Erfolgt eine Beratung über weitere Präventionsleistungen im Zusammenhang mit einer Vorsorgeuntersuchung nach den GOÄ-Nummern 27 (Untersuchung einer Frau zur Früherkennung von Krebserkrankungen […], einschließlich Beratung), 28 (Untersuchung eines Mannes zur Früherkennung von Krebserkrankungen […], einschließlich Beratung) oder 29 (Gesundheitsuntersuchung zur Früherkennung von Krankheiten bei einem Erwachsenen – einschließlich […] Erörterung des individuellen Risikoprofils und verhaltensmedizinisch orientierter Beratung –) ist daneben keine weitere Beratungsleistung mehr berechnungsfähig. Der mit der Beratung über weitere Präventionsleistungen bzw. Vorsorgeprogramme verbundene zusätzliche Zeitaufwand kann entsprechend der Regelung des § 5 Abs. 2 GOÄ jedoch gegebenenfalls bei der Anwendung des Steigerungsfaktors berücksichtigt werden. Dipl.-Verw. Wiss. Martin Ulmer

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