ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2019Marianne Elisabeth Koch: Förderin des mündigen Patienten

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Marianne Elisabeth Koch: Förderin des mündigen Patienten

Dtsch Arztebl 2019; 116(22): A-1131 / B-931 / C-919

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Marianne Koch hat sich nicht nur als niedergelassene Internisten ihren Patienten gewidmet, sondern auch als Medizinjournalistin seit über drei Jahrzehnten Gesundheitsthemen einem Millionenpublikum vermittelt. Dabei tritt sie für eine vertrauensvolle Patient-Arzt-Beziehung und für die Stärkung der sprechenden Medizin ein.

Marianne Koch hat sich nicht nur als niedergelassene Internisten ihren Patienten gewidmet, sondern auch als Medizinjournalistin seit über drei Jahrzehnten Gesundheitsthemen einem Millionenpublikum vermittelt. Dabei tritt sie für eine vertrauensvolle Patient- Arzt-Beziehung und für die Stärkung der sprechenden Medizin ein. Foto: dpa
Marianne Koch hat sich nicht nur als niedergelassene Internisten ihren Patienten gewidmet, sondern auch als Medizinjournalistin seit über drei Jahrzehnten Gesundheitsthemen einem Millionenpublikum vermittelt. Dabei tritt sie für eine vertrauensvolle Patient- Arzt-Beziehung und für die Stärkung der sprechenden Medizin ein. Foto: dpa

Die deutschen Ärztinnen und Ärzte ehren in Marianne Koch eine Medizinerin, die sich nach ihrer Karriere als Filmschauspielerin wieder ihrer eigentlichen Berufung verschrieb. Sie hat sich nicht nur als niedergelassene Internistin ihren Patientinnen und Patienten gewidmet, sondern auch als Medizinjournalistin und Moderatorin von Radio- und Fernsehsendungen seit über drei Jahrzehnten Gesundheitsthemen und medizinisches Fachwissen allgemein verständlich einem Millionenpublikum vermittelt. Mit Information und Aufklärung über weit verbreitete Krankheiten und Ratschlägen zur Vorsorge unterstützt sie den mündigen Patienten. Mit ihrem Eintreten für die Stärkung der sprechenden Medizin und eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Arzt und Patient steht sie für einen Ansatz, der den ganzen Menschen im Blick hat. Mit ihrer Professionalität und Empathie hat sie das Arztbild in unserer Gesellschaft in beeindruckender Weise geprägt. Durch ihr andauerndes und weitreichendes Engagement hat sich Marianne Koch um die gesundheitliche Versorgung, die deutsche Ärzteschaft und das Gemeinwohl in der Bundesrepublik Deutschland in vorbildlicher Weise verdient gemacht.

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Marianne Koch wurde am 19. August 1931 in München geboren. Ihr Medizinstudium an der Ludwig-Maximilians-Universität München unterbrach sie 1952 zugunsten ihrer Karriere beim Film. Nach 20 Jahren im Filmgeschäft wandte sie sich 1973 wieder der Medizin zu, von Jugend her ihr eigentliches Berufsziel, und setzte ihr Studium in München fort. Obwohl sie mittlerweile Mutter zweier Söhne war, legte sie 1977 ihr Staatsexamen mit Bestnote ab, ein Jahr später wurde sie mit magna cum laude promoviert. Ihre Weiterbildung zur Fachärztin für Innere Medizin absolvierte sie an der Medizinischen Klinik und Poliklinik IV der Universität München und am Starnberger Krankenhaus. Von 1985 bis zu ihrem Ruhestand 1997 praktizierte sie als Internistin mit Schwerpunkt Herz-Kreislauf-Erkrankungen in einer Gemeinschaftspraxis im Münchner Stadtteil Haidhausen. Seitdem widmet sie sich ganz dem Medizinjournalismus.

Auch während ihrer aktiven Tätigkeit als niedergelassene Ärztin blieb Marianne Koch durch Mitwirkung in Hörfunk- und Fernsehsendungen für das bundesdeutsche Publikum medial präsent. So war sie von 1961 bis 1988 Stammgast im Rateteam bei Robert Lembke in „Was bin ich?“ , wofür sie 1968 mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet wurde. Seit den 1980er-Jahren kommuniziert sie Gesundheitsthemen im Radio und Fernsehen und erreicht damit bis heute eine breite Öffentlichkeit. Nach Abgabe ihrer Praxis begann Koch ihr ärztliches Wissen und ihre Erfahrungen auch in Form von Fachbüchern und Ratgebern zu publizieren, die teilweise mehrfach aufgelegt und zu Bestsellern wurden. Dabei widmete sie sich auch dem Thema „Gesundes Altern“, zum Beispiel in dem Buch „Körperintelligenz – Was Sie wissen sollten, um jung zu bleiben“ (2003, 2016).

Als Präsidentin der Deutschen Schmerzliga, die sie von 1997 bis 2011 war, forderte sie Verbesserungen im Bereich der Schmerzmedizin in Deutschland, das infolge von strukturellen Problemen, Defiziten in der ärztlichen Ausbildung und der fehlenden praktischen Umsetzung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse den Anschluss an internationale Entwicklungen und Standards zu verlieren drohte. Seit 1995 ist Marianne Koch auch Schirmherrin der Deutschen Hochdruckliga.

Eines ihrer zentralen Anliegen als Ärztin und Journalistin war und ist die Aufklärung als Voraussetzung für mündige Patientinnen und Patienten. Ihr Erfolg beruht dabei nicht nur auf fachlicher Kompetenz, sondern auch auf einfühlsamer Gesprächsführung. Für ihr Lebenswerk erhielt sie 2002 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Angesichts ihrer immer noch erstaunlichen Vitalität verkörpert Koch das beste Beispiel dafür, welch nachhaltige Wirkung die praktische Umsetzung ihrer Erkenntnisse über gesundes Altern – ausgeglichene Ernährung, viel Bewegung und lebenslanges Lernen – entfalten kann.

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