ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2019Krebsdiagnostik: Ganzkörper-MRT im Staging schneller und kostengünstiger

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Krebsdiagnostik: Ganzkörper-MRT im Staging schneller und kostengünstiger

Dtsch Arztebl 2019; 116(22): A-1116 / B-918 / C-906

Meyer, Rüdiger

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Foto: Photo Concepts/iStock
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Eine Ganzkörper-Magnetresonanztomografie (GK-MRT) kann das Staging von Krebspatienten vereinfachen. Sie führte bei Lungen- und Darmkrebspatienten in 2 Vergleichsstudien schneller zu einem Ergebnis und war bei gleicher Genauigkeit am Ende sogar kostengünstiger als das konventionelle Vorgehen. In der prospektiven Streamline-Studie wurde eine alleinige GK-MRT mit dem jeweils konventionellen Staging verglichen, das meist aus CT, PET und MRT bestimmter Körperregionen besteht.

An der Streamline-L-Studie zum nichtkleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) nahmen 187 Patienten teil, bei denen im Thorax-CT ein resektabler Tumor (≤ Stadium IIIb) diagnostiziert worden war. Die Streamline-C-Studie zum Darmkrebs-Staging umfasste 299 Patienten. Die Studien wurden an jeweils 16 Kliniken der Normalversorgung durchgeführt, wobei 8 Kliniken der Darmkrebsstudie und 11 Kliniken der Lungenkrebsstudie über kein eigenes MRT-Gerät verfügten und die Patienten zum Scannen in eine andere Einrichtung überweisen mussten. Primärer Endpunkt war die Sensitivität der beiden Strategien bei der Metastasensuche, wobei als Vergleich die Situation des Patienten nach 12 Monaten herangezogen wurde. In der Lungenkrebsstudie erkannte die GK-MRT 50 % der Patienten mit Metastasen (95-%-Konfidenzintervall [95-%-KI] [37; 63]). Beim konventionellen Staging waren es 54 % (41; 67). In der Darmkrebsstudie betrug die Sensitivität des GK-MRT 67 % (56; 78) und des Standardvorgehens 63 % (51; 74). In beiden Fällen war der Unterschied nicht signifikant.

Fazit: Eine GK-MRT hat den Ruf, zeitaufwendig und teuer zu sein. Die Kosten für die Aufnahmen sind jedoch in den letzten Jahren gesunken. In beiden Studien lagen die durchschnittlichen GK-MRT-Kosten pro Patienten unter denen des Standardvorgehens. Und obwohl in beiden Studien viele Patienten für das GK-MRT in eine andere Einrichtung geschickt werden mussten, lagen die Ergebnisse früher vor. Die Ergebnisse sprechen für einen großzügigeren Einsatz der GK-MRT, die darüber hinaus auch von den Patienten befürwortet wurde.

Rüdiger Meyer

  1. Taylor SA, Mallett S, Ball S, et al.: Diagnostic accuracy of whole-body MRI versus standard imaging pathways for metastatic disease in newly diagnosed non-small-cell lung cancer: the prospective Streamline L trial. Lancet Respir Med 2019 May 9.
  2. Taylor SA, Mallett S, Beare S, et al.: Diagnostic accuracy of whole-body MRI versus standard imaging pathways for metastatic disease in newly diagnosed colorectal cancer: the prospective streamline C trial. Lancet Gastroenterol Hepatol 2019 May 9.

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