ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2019Mammakarzinom: Alpelisib verlängert progressionsfreies Überleben bei PIK3CA-Mutation

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Mammakarzinom: Alpelisib verlängert progressionsfreies Überleben bei PIK3CA-Mutation

Dtsch Arztebl 2019; 116(22): A-1116 / B-918 / C-906

Meyer, Rüdiger

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Foto: Axel Kock/stock.adobe.com
Foto: Axel Kock/stock.adobe.com

Der PIK3-Inhibitor Alpelisib hat in Kombination mit dem Antiöstrogen Fulvestrant in einer Phase-III-Studie das progressionsfreie Überleben von Patienten mit hormonrezeptorpositivem, HER2-negativem Mammakarzinom mit PIK3CA-Mutation fast verdoppelt. Etwa 40 % aller hormonrezeptorpositiven Mammakarzinome haben eine solche Mutation. Die Folge ist eine vermehrte Aktivierung der Alpha-Isoform der Phosphoinositid-3-Kinase (PI3K), wodurch das Krebswachstum stimuliert wird. Außerdem kommt es häufig zu einer Resistenz gegenüber der Hormontherapie. In dieser Situation könnte eine Behandlung mit dem oralen PI3K-Hemmer Alpelisib, der spezifisch die Alpha-Isoform blockiert, künftig erstmals eine neue Perspektive bieten.

In der SOLAR-1-Studie wurde Alpelisib an 571 postmenopausalen Frauen und einem Mann mit metastasiertem hormonrezeptorpositivem und HER2-negativem Mammakarzinom getestet, bei denen es unter einer Hormontherapie zu einer erneuten Progression gekommen war. Darunter waren 341 Patienten mit Mutationen im PIK3CA-Gen. Die Patienten wurden auf Alpelisib oder Placebo randomisiert und erhielten zusätzlich eine Hormonbehandlung mit Fulvestrant. Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben in der Gruppe mit Mutationen im PIK3CA-Gen.

Hier kam es im Durchschnitt nach 11,0 Monaten zu einer erneuten Tumorprogression, während dies in der Vergleichsgruppe bereits nach 5,7 Monaten der Fall war. Die Hazard Ratio (HR) für Progression oder Tod betrug 0,65 (95-%-Konfidenzintervall [95-%-KI] [0,50; 0,85]; p <0,001). Bei den Patienten ohne Mutation im PIK3CA-Gen wurde das progressionsfreie Überleben nicht verlängert (HR 0,85 [0,58; 1,25]). Die häufigste Nebenwirkung waren Hyperglykämie (63,7 vs. 9,8 % in der Placebogruppe). Bei 36,6 % der Patienten war die Hyperglykämie schwerwiegend (Grad 3 oder 4) und bei 6,3 % veranlasste sie einen Therapieabbruch. Insgesamt brach jeder 4. Patient die Behandlung vorzeitig ab.

Fazit: Bei einer Zulassung wird das Medikament voraussichtlich auf Patienten mit Mutationen im PIK3CA-Gen beschränkt bleiben. Da es mehrere Mutationen gibt, wird eine Gensequenzierung Voraussetzung für die Behandlung sein. Das Mittel dürfte außerdem Patienten vorbehalten bleiben, bei denen mit einem CDK4/6-Inhibitor keine Wirkung erzielt wurde.

Rüdiger Meyer

André F, Ciruelos E, Rubovszky G, et al.: Alpelisib for PIK3CA-mutated, hormone receptor-positive advanced breast cancer. N Engl J Med 2019 May 16; 380 (20): 1929–40.

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