ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2019Niederlassung: Abgabewert der Praxis oft überschätzt

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Niederlassung: Abgabewert der Praxis oft überschätzt

Dtsch Arztebl 2019; 116(22): A-1128 / B-928 / C-916

Hillienhof, Arne

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Verkaufserlös als Altersvorsorge: 30 Prozent der Ärzte kalkulieren dies schon zu Beginn der Selbstständigkeit ein. Foto: Weyo/stock.adobe.com
Verkaufserlös als Altersvorsorge: 30 Prozent der Ärzte kalkulieren dies schon zu Beginn der Selbstständigkeit ein. Foto: Weyo/stock.adobe.com

Eine Mehrheit von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten (53 Prozent) berichtet, dass der Wert ihrer Praxis im Verlauf der Selbstständigkeit gesunken ist. Das geht aus einer bundesweiten Befragung von 1 008 Selbstständigen und Freiberuflern in Deutschland hervor, die nach Alter und Geschlecht ausgewählt wurden. Auftraggeber der Befragung war die Quirin Privatbank. Durchgeführt wurde sie von YouGov Deutschland.

Laut der Befragung würden sich neun von zehn Selbstständigen und Freiberuflern in Deutschland auch heute wieder selbstständig machen. Auf der anderen Seite machen sich fast zwei Drittel der Selbstständigen Sorgen um ihre finanzielle Absicherung im Alter (62 Prozent).

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Niedergelassene Ärzte zeigen innerhalb der befragten Selbstständigen und Freiberufler mit eigenem Unternehmen Besonderheiten. Während 37 Prozent von ihnen den Verkauf ihrer Praxis an jemanden außerhalb der Familie am ehesten für denkbar halten, sind es unter allen Selbstständigen nur 23 Prozent. Auch würde ein Verkauf fast der Hälfte der Ärzte „sehr oder eher leichtfallen“. Unter allen Selbstständigen sagte das nur rund ein Drittel.

Zudem kalkulieren drei von zehn Ärzten schon von Beginn der Selbstständigkeit an mit einem möglichen Verkaufserlös zur eigenen Altersvorsorge. Selbstständige in anderen Bereichen tun das weit seltener (20 Prozent). Schließlich beobachten Besitzer einer Arztpraxis den Markt für Verkäufe auch deutlich intensiver. Und sie zeigen sich dabei viel häufiger ernüchtert: Gut die Hälfte (53 Prozent) haben ihre Vorstellungen zum erzielbaren Preis für ihre Arztpraxis im Laufe der Zeit senken müssen. Das sind fast viermal so viele wie unter allen Selbstständigen insgesamt (15 Prozent).

Das Meinungsforschungsinstitut fragte die Teilnehmenden der Studie auch, wie lange ein hypothetischer Erlös von einer Million Euro beim Unternehmens- oder Praxisverkauf den eigenen Lebensstandard sichern würde. Auf diese hypothetische Frage nannten Unternehmer im Schnitt 23 Jahre. Lediglich Mediziner geben mit 13 Jahren einen deutlich niedrigeren Wert an. hil

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