ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2019Randnotiz: Wege der Suchthilfe

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Randnotiz: Wege der Suchthilfe

Maybaum, Thorsten

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Die Zahl der Drogentoten ist hierzulande zwar fast konstant geblieben. Doch am Konsum illegaler Stoffe starben im vergangenen Jahr immer noch 1 276 Menschen. Hauptursache sind nach wie vor Vergiftungen durch Opioide wie Heroin, die mehr als die Hälfte aller Todesfälle verursachten. Bei der Vorbeugung gefragt seien neben dem Staat auch Unternehmen und die ganze Gesellschaft, sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), in Berlin. Um Leben zu retten, brauche es eine funktionierende Suchthilfe vor Ort. Interpretieren kann man diese Art von Suchthilfe dabei offenbar ganz unterschiedlich, wie zwei aktuelle Beispiele zeigen. Eltern, die in der Verbandsgemeinde Asbach wohnen und sich Sorgen machen, ob dem Nachwuchs etwas angeboten wurde, können von der Gemeindeverwaltung ein neues Instrument für die Suchthilfe erhalten: Ihnen sollen Drogenschnelltests „zur freiwilligen Anwendung“ an ihren Kindern kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Es sei doch gar nicht möglich, alle Lebensbereiche der Kinder und Jugendlichen zu beobachten, um die absolute Gewissheit zu erhalten, dass ihnen keine Drogen angeboten würden, hieß es vom Bürgermeister der Gemeinde. In Berlin geht man da ganz andere Wege. Im Görlitzer Park wurden jüngst für Drogendealer Flächen rosa markiert, auf denen sich diese bitteschön aufzuhalten haben. Damit soll Ordnung hergestellt werden, damit Besucher nicht alle paar Meter im Park auf „gutes Zeug“ angesprochen werden. Wer also etwas kaufen will, kann sich gleich an die Dealer in den rosa Kästen wenden. Sicher auch eine Art von Suchthilfe.

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