ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2019Arbeitnehmer: Psychische Erkrankungen verursachen längste Fehlzeiten

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Arbeitnehmer: Psychische Erkrankungen verursachen längste Fehlzeiten

Bühring, Petra

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Psychische Erkrankungen sorgen in Deutschland weiterhin für die längsten Fehlzeiten von Arbeitnehmern. Das zeigt die aktuelle Studie der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) „Langfristige Entwicklung der Arbeitsunfähigkeit“, in der aktuelle Daten zu den betrieblichen Fehlzeiten der großen gesetzlichen Krankenkassen ausgewertet wurden. Mit rund 35 Tagen sind psychisch erkrankte Arbeitnehmer demnach deutlich länger krankgeschrieben als Erwerbstätige mit körperlichen Erkrankungen.

Dieser Unterschied nahm nach der Studie in den vergangenen Jahren erheblich zu: Fielen Arbeitnehmer, die zum Beispiel an einer Depression oder Angststörung litten, im Jahr 2000 bereits mindestens eine Woche länger aus als körperlich Kranke, verdreifachte sich dieser Unterschied bis zum Jahr 2017 nahezu. Auch die Zahl der Versicherten, die innerhalb eines Jahres aufgrund einer psychischen Erkrankung arbeitsunfähig waren, verdoppelte sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten annähernd. Im Jahr 2000 waren 3,3 Prozent der Versicherten mindestens einmal wegen einer psychischen Erkrankung arbeitsunfähig – 2017 waren es bereits 5,5 Prozent.

Das von den Kassen dafür aufgewendete Krankengeld „wäre viel besser investiert, wenn damit die monatelangen Wartezeiten auf eine psychotherapeutische Behandlung abgebaut würden“, erklärte der Präsident der BPtK, Dr. rer. nat. Diet-rich Munz. So könne verhindert werden, dass sich psychische Erkrankungen verschlimmern oder chronifizieren. Außerdem müssten auch Psychotherapeuten eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit bescheinigen können, fordert die Kammer. PB

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