ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2019Psyche und Motorik: Psychoanalyse in Bewegung

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Psyche und Motorik: Psychoanalyse in Bewegung

Ringwelski, Beate

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Weg von der Couch. Wie man Psychoanalyse und Bewegungstherapie lebendig verbinden kann, beschreibt die Diplom-Motologin und Körperpsychotherapeutin Benajir Wolf anschaulich. Inhalte des Unbewussten dürfen sich im Raum in spontanen Bewegungen ausdrücken und werden so einer Bearbeitung zugänglich. Dabei bedient sich die Autorin des psychoanalytischen Vokabulars: Freie Assoziationen zeigen sich hier in Bewegungsimprovisationen des Patienten. Die Abstinenz der Therapeutin besteht darin, nährende, aggressive, dirigistische oder andere Impulse nicht auszuagieren. Sie stellt sich als Übertragungsobjekt zur Verfügung. Dabei spielt die Beziehung eine wesentliche Rolle, in welcher die Inszenierung des aufgetauchten Themas stattfindet. Am Ende einer Sitzung steht meist eine gemeinsam erarbeitete Deutung. Besonderes Augenmerk lenkt die Autorin auf die therapeutische Haltung, die aus ihren tief verwurzelten Überzeugungen resultiert, ergänzt durch professionelle Behandlungskonzepte. Sie grenzt sich von funktionalen und kompetenzorientierten Haltungen anderer Schulen der Psychomotorik ab. Wieweit Berührungen angebracht und erlaubt sind, wird diskutiert. Einige Fallbeispiele bringen dem Leser die Praxis der sinnverstehenden Psychomotoriktherapie näher. Spür- und Bewegungsangebote werden dabei gemacht. Die Führung hat aber das Unbewusste des Patienten, das verstanden werden will und muss, um einer Heilung näher zu kommen. Beate Ringwelski

Benajir Wolf: Sinnverstehende Psychomotoriktherapie mit Erwachsenen. Ernst Reinhardt Verlag, München 2019, 142 Seiten, kartoniert, 29,90 Euro

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